Eine kurze Geschichte über… das Mittelalter | Terra X | MrWissen2go

Eine kurze Geschichte über… das Mittelalter | Terra X | MrWissen2go

SUBTITLE'S INFO:

Language: German

Type: Human

Number of phrases: 660

Number of words: 4686

Number of symbols: 27200

DOWNLOAD SUBTITLES:

DOWNLOAD AUDIO AND VIDEO:

SUBTITLES:

Subtitles prepared by human
00:26
Das Mittelalter. Es gilt als dunkel, rückständig und grausam. War es wirklich so? Ich will Licht ins Dunkel der Geschichte bringen. Woher haben Könige ihre Macht? Warum macht Stadtluft frei? Wie beweglich ist ein Ritter in seiner Rüstung? Und welche Rolle spielen die Frauen im Mittelalter? Bis heute übt die Welt des Mittelalters eine große Faszination aus. Man stellt sie sich bunt und grell vor, voller fantastischer Abenteuer. Vor allem die Welt der Ritter. Kann mir auch vorstellen, warum. Als Kind hab ich in alten Burgen gespielt. Auch in Computer-Spielen kann man als Ritter unterwegs sein. Als Krieger, der für seinen König in die Schlacht zieht. Der Ritter ist der Inbegriff des mittelalterlichen Helden. Allzeit bereit, sein Leben für höhere Ziele zu riskieren. Aber war das Ritterleben wirklich so Testosteron-gesteuert? Das Wort Ritter kommt von reiten. Pferdemänner werden sie deshalb überall in Europa genannt.
01:56
Caballero, Chevalier, Caballiere oder Horse-Man. Reitende Krieger mit Helm, Kettenhemd, Lanze und Schwert. Für Jahrhunderte bestimmt der Kampf Mann gegen Mann das Kriegsgeschehen. Doch zum Ritter wird der Krieger erst durch ein besonderes Ritual. Im Namen des Herrschers bekommt er ein Schwert überreicht. Aus dem Nackenschlag wird später der berühmte Ritterschlag. Die Ritter sind der Kriegerstand innerhalb der Gesellschaft. Die ist im Mittelalter streng hierarchisch geordnet. Alles beruht auf dem sogenannten"Lehenswesen". Lehen kommt von leihen. Denn der Lehnsherr verleiht sein Land. Der Lehnsmann verspricht dafür Gefolgschaft. Oberster Lehnsherr ist der König. An zweiter Stelle stehen die Herzöge, Grafen und Bischöfe. Darunter folgt der niedere Adel. Edelfreie und Äbte. Am unteren Rand der Gesellschaft stehen die Bauern. Und die Ritter? Auch sie haben einen Platz in der Lehns-Pyramide. Als Teil des niederen Adels.
03:31
* Fanfaren * Inbegriff des Ritterlebens ist das Turnier. Hier suchen die Ritter den ultimativen Kick, um ihren Mut und ihre Kühnheit zu beweisen. Mit angelegter Lanze und in vollem Galopp soll der Gegner vom Pferd gestoßen werden. Die Schaukämpfe sind ein Highlight im mittelalterlichen Festkalender. Jeder Teilnehmer wird in einem Turnierbuch verzeichnet. Sein Wappen ist die Visitenkarte des Ritters. Es macht ihn unverwechselbar, auch bei geschlossenem Visier. Das farbenfrohe Spektakel soll jedoch keine schweren Blessuren nach sich ziehen. Die Lanzen sind an der Spitze entschärft. Eine Barriere verhindert, dass die Pferde aufeinanderprallen. Aus zeitgenössischen Turnier- Darstellungen können Historiker und Waffenkundler heute jede Menge ableiten. Den Pferden wurden Eisenringe vor die Augen gebunden. Damit sie nicht scheuen, wenn sie aufeinander zurasen. Wilde Dekorationen, Puppen oder ausgestopfte Tiere schmückten die Helme.
04:52
An der Brust befestigte Haken sollten die Lanzen sicher ins Ziel führen. Zielte man zu hoch, löste sich die Lanze aus der Halterung und flog in hohem Bogen davon. Ein echter Hingucker reparierte Schilde. Traf man die richtige Stelle, zersprangen sie. Dank eines ausgetüftelten Federmechanismus in alle Einzelteile. Auch heute haben wir noch viele Redewendungen im Sprachgebrauch, die an Turniere erinnern. Z.B. wenn wir jemandem mit offenem Visier begegnen. Mit offenem Visier kämpfen oder für jemanden die Lanze brechen. Aus bis zu 150 Einzelteilen bestehen solche Rüstungen. Die die Ritter vor Lanzen, vor Schwerthieben oder vor Pfeilen schützen sollte. Man war von Kopf bis Fuß in Metallteile gehüllt. Das machte den Ritter zum Helden in Eisen. Oder zum Ritter Rost, wie es schon im Mittelalter hieß. Das Zeughaus in Graz beherbergt die größte historische Waffenkammer der Welt. Alle diese Rüstungen wurden einmal maßgefertigt. Sonderausstattung inklusive.
06:07
Hier haben wir es. Können Sie mir erklären, für was das damals war? Das ist "Schamkapsel", war im 16. Jahrhundert in Mode. Zum einen durchaus als Schutz gedacht. Zum anderen ging's wohl auch darum, die Männlichkeit des Trägers zu unterstreichen. So ein bisschen wie Sportwagen heute, könnte man sagen. Die sehen ja sehr schick, sehr prunkvoll aus. Hat man so was im Kampf getragen? - Eher nein. Es sind repräsentative Harnische. Die hat man getragen zu besonderen Anlässen, Umzügen, Feierlichkeiten, um zu zeigen, was man hat. Wie kam man da rein? Allein ging das nicht. Es gab Knappen, die dabei unterstützt haben. Allein das Gewicht des Harnischs hätte es schwer möglich gemacht. Ich will herausbekommen, wie es sich anfühlte, als Ritter in einer Rüstung zu stecken. Dazu werde ich von Kopf bis Fuß in Blech verpackt. 30 Minuten stillhalten. Dann ist es endlich geschafft. Wenn ich jetzt behaupten würde, es wäre bequem, dann würde ich lügen. Aber vielleicht ist man damit ja beweglich.
07:23
Okay, Kniebeuge klappt auch nicht so gut. Keine Ahnung, wie die es darin ausgehalten haben. Das fühlt sich an, als würden einem 30 Kilo auf dem Kopf sitzen. Wie die Ritter das geschafft haben ist mir ein Rätsel. Aber war ein Ritter in voller Montur wirklich so unbeweglich? Oder kann er es mit einem modernen Soldaten aufnehmen? Die Teststrecke: ein 450 Meter langer Hindernisparcours. Ritter gegen Soldat: Wer schafft es als Erster ins Ziel? Mittelalter gegen Moderne. Gut 30 Kilogramm trägt jeder der durchtrainierten Läufer am Körper. Schon auf halber Strecke zeigt sich: Die auf Maß gefertigte Rüstung ermöglicht einen nahezu vollen Bewegungsumfang. Mit seiner kugelsicheren Weste und dem schweren Gefechtsrucksack kann der Soldat nicht schritthalten. Der Vorsprung des Helden in Eisen wächst. Das Experiment zeigt: Der scheinbar schwerfällige Ganzkörperschutz ist besser als sein Ruf. Sie sind das Wahrzeichen des Mittelalters: Burgen. Allein im deutschsprachigen Raum
09:07
soll es weit mehr als 30.000 gegeben haben. Die meisten wurden im Kreuzungsbereich wichtiger Handelsrouten errichtet. Allen gemeinsam: Sie sollen möglichst uneinnehmbar sein. Die Zugbrücke über einen Graben hält unerwünschte Besucher fern. Meterdicke Mauern und Türme schützen den Palast, das Wohnhaus des Ritters und die Wirtschaftsgebäude. Wahrzeichen jeder Burg ist der imposante Bergfried. Ich dachte lange, dass er auch als Gefängnis und letzte Zuflucht vor Eindringlingen diente. Heute ist man aber sicher: Der Bergfried ist ein Machtsymbol. Durch seine Größe und Stärke zeigt er unmissverständlich, wer in dieser Gegend das Sagen hat. Als Ritter auf der eigenen Burg zu leben ist kein Zuckerschlecken. Viele Burgherren müssen selbst mit anpacken, um über die Runden zu kommen. Oft stehen sie buchstäblich mit beiden Beinen im Mist. Denn jede Burg ist vor allem ein Wirtschaftsbetrieb zur Selbstversorgung. Und der Herr Ritter ist der Betriebsleiter.
10:32
Toiletten sind in Burgen an die Außenmauer angebaut. Eine kleine Burg hat zwei oder drei Toiletten. Bei großen landesherrlichen Burgen sind es auch schon mal 20 oder 30. Eine Tür trennt sie von den großen Burgräumen. Doch die bleibt im Hochmittelalter oft noch offen. So dass der Herr des Hauses weiter am Gespräch teilnehmen kann, während er sein Geschäft verrichtet. Privatsphäre Fehlanzeige. Heute sind die mittelalterlichen Kloaken ein wissenschaftliches Forschungsobjekt. Die Auswertung der Funde ermöglicht Rückschlüsse auf das Leben im Mittelalter. Vor allem auf die Ernährungsgewohnheiten damals. Getreide ist das gesamte Mittelalter hindurch das Grundnahrungsmittel. Es macht 70 % der Nahrung aus und wird vor allem zu Brot verarbeitet. Bier hat einen niedrigeren Alkoholgehalt als heute. Und wird gerne anstelle des häufig verunreinigten Wassers getrunken. Gemüse kommt selten auf den Tisch. Schon gar nicht Tomaten, Paprika Mais oder Kartoffeln.
11:44
Die finden erst mit der Entdeckung Amerikas ihren Weg nach Europa. Und Fleisch ist teuer. Eine Bauernfamilie im Hochmittelalter muss mit 20 Kilo im Jahr auskommen. Heute verspeisen wir durchschnittlich das Dreifache. Auch der Adel kann im Mittelalter beim Essen richtig zulangen. Sogenannte Schaugerichte sind beliebt. Nicht der Geschmack, sondern die Optik ist dabei wichtig. Gefüllter Schwan oder gebratene Wachteln, die auf einem Spanferkel reiten. Tabus gibt es keine. Warum heißt das Mittelalter eigentlich Mittelalter? Es heißt so, weil es zwischen einer alten und einer neuen Zeit liegt: Zwischen der Antike und der Neuzeit. Festgelegt hat man das eher willkürlich im 17. Jahrhundert. So richtig gelungen fanden das auch nicht alle. Heute gilt als Faustregel: Das Mittelalter dauerte von 500 bis 1500 n. Chr. 1000 Jahre also, in denen viel passiert ist. Für uns moderne, aufgeklärte Menschen fast unvorstellbar.
13:05
Der christliche Glaube bestimmte im Mittelalter buchstäblich alles. Himmel und Hölle waren für die Menschen so real, wie die Welt, die sie umgab. Und die Hölle war ein Ort, der Ängste auslöste, wie wir sie heute kaum noch nachempfinden können. Höllenängste eben, eine Strafvollzugsanstalt im Jenseits. Wer hier landete, war gefangen für immer. Keine Christenseele, die hier enden wollte. Nicht in die Hölle, in den Himmel wollte man kommen. Hoffnung auf das Paradies war der Lichtblick in einem oft sehr mühseligen Leben. Was nach dem Tod kommen würde, darum drehte sich im Mittelalter fast alles. Aber was macht so eine Weltsicht mit den Menschen? Deutschland vor 1000 Jahren ist eine andere Welt. Nur sieben Millionen Menschen leben auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Die meisten in kleinen Dörfern als Bauern. Dazwischen schier endlose Wälder. Doch die Geschichte des Mittelalters reicht noch weiter zurück. Bis ins 5. Jahrhundert n. Chr.
14:22
Das Mittelalter beginnt, als die Antike mit dem Untergang des Römischen Reiches im Westen zu Ende geht. Jetzt schlägt die Stunde der germanischen Stämme. Allen voran der am Rhein siedelnden Franken. Sie übernehmen nicht nur politische Macht, sondern auch große Teile der von den Römern geschaffenen Infrastruktur. Auch der christliche Glaube wird übernommen. Die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig gilt als entscheidender Wendepunkt. Der Legende nach hat Gott ihm zuvor geholfen, eine wichtige Schlacht zu gewinnen. Das gemeinsame Bekenntnis zum Christentum wird zur Klammer. Zwischen den fränkischen Eroberern und ihren römisch-katholischen Untertanen. Rund 300 Jahre später wird Karl König der Franken. Später nennt man ihn den Großen. Als Kriegsherr erringt Karl so viele Siege in Schlachten wie kein anderer in seiner Zeit. Es gelingt ihm, die meisten germanischen Stämme in oft blutigen Kriegen unter seiner Herrschaft zu vereinen. Doch er verfolgt noch größere Pläne.
15:48
Karl will das Erbe der römischen Imperatoren antreten. Ihr Glanz und ihr Ansehen sollen auf die fränkischen Herrscher übergehen. Die Krönung Karls des Großen an Weihnachten des Jahres 800 begründet das mittelalterliche Kaisertum. Und Aachen, seine Wahlheimat, lässt er prächtig ausbauen. Im Mittelalter sind die Menschen überzeugt, dass Gott persönlich darüber entscheidet, wer zum Herrscher bestimmt ist. In der Pfalzkapelle, die Karl der Große in Aachen bauen ließ, ist dieser Anspruch bis heute gut zu erkennen. Hier wird das ganz besonders deutlich. Das ist der Thron Karl des Großen. Etwas enttäuschend, ein paar mit Klammern zusammengehaltene Steinplatten. Aber das ist typisch Mittelalter. Alles ist hochreligiös aufgeladen. Diese Stein- und Marmorplatten stammen aus der Grabeskirche in Jerusalem. Von dem Ort also, an dem Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Wer auf diesem Thron sitzen durfte, der musste einen direkten Draht zu Gott haben.
17:04
Auf jeden Fall eine enge Verbindung zu ihm. Und genau das zählte. Mehr als 30 Herrscher haben sich nach Karl auf diesen Thron gesetzt. Aber die wurden nicht "von Gott persönlich" ausgewählt. Dazu brauchte es Menschen. Für das Mittelalter kein Widerspruch. Denn am Ende war doch alles Gottes Wille. Als König geboren zu sein kennt man im mittelalterlichen Deutschland nicht. Der Herrscher wird von den Fürsten gewählt. Anfangs noch von vielen. Später sind es nur noch sieben. Die berühmten sieben Kurfürsten. Wichtigstes Symbol der Macht ist die Reichskrone. Sie ist mit Darstellungen verziert, die sich auf die Bibel beziehen. Und ausdrücken, dass der Träger der Krone von Gott persönlich eingesetzt ist. Eine Krönung ohne die "Reichskleinodien", zu denen neben der Krone auch ein Schwert, ein Kreuz, eine Lanze ein Zepter und ein Apfel gehören, gilt im Mittelalter als wertlos. Da kommt der Kaiser! Im Volk werden dem Herrscher von Gottes Gnaden
18:28
auch besondere Kräfte zugesprochen. Bereits den Saum des königlichen Mantels zu küssen soll Glück bringen. In England und Frankreich bürgert sich sogar der Glaube ein, der König könne durch Handauflegen Krankheiten heilen. In der Realität ist von dieser guten königlichen Magie nur wenig zu spüren. Weil es keine Hauptstadt gibt, sind die deutschen Herrscher des Mittelalters ständig unterwegs. Rund 30 Kilometer am Tag auf einer endlosen Reise zu Königsgütern und Klöstern. Die liegen über das gesamte Reich verteilt. Das Mittelalter war ein Zeitalter der Männer. Päpste, Könige, Ritter. Sie haben Kriege angezettelt, geführt, verloren, gewonnen. Aber was war eigentlich mit den Frauen? Frau Dr. Hänel, wenn man ans Mittelalter denkt, an Frauen, dann denkt man oft an schmachtende Minnesänger, an edle Burgfräulein. Aber ist das die Realität? Das ist genau das Klischee, das wir vom mittelalterlichen Leben im Kopf haben.
19:40
Die Ritter haben die Prinzessinnen und Hoffräulein angeschmachtet. Das ist ein Klischee, ein literarisches Klischee. Das war in der Realität für die meisten Frauen nicht so, dass sie sich als höherstehend und angebetet fühlten. Wie war es wirklich? Mit welchen Härten hatten Frauen zu kämpfen? Frauen lebten ein sehr hartes Leben. Männer besaßen Macht. Auch Macht über Frauen. Als Tochter wurde man gerade im adligen Bereich von den Eltern, vom Vater verheiratet. Die Idee der Liebesheirat hat nicht existiert. Obwohl dieses Gefühl vermutlich da war. Wenn sie geheiratet hat, bestimmte der Ehemann über den Rest. Sie gab ja den größten Teil ihres Erbes auch in den Besitz des Mannes. Wie so eine Art von Ware, die ausgetauscht wurde. Auch der Körper der Frau gehörte dem Mann. Und die Reproduktion stand im Mittelpunkt. Von daher musste die Frau dem Mann auch dienen und Untertan sein. Eine Alternative für Frauen gab es. Einen Ort, an dem sie nicht heiraten müssen
20:47
und vor männlicher Willkür besser geschützt sind: Das Kloster. Zunächst steht dieser Weg nur adligen Frauen offen. Später auch Töchtern aus bürgerlichen Familien. Das klösterliche Gelübde öffnet auch den Zugang zu Wissenschaft und Bildung. Und damit zu Karrieren, die sonst undenkbar gewesen sind. Als Äbtissinnen können Frauen Macht erlangen, die bisweilen der eines weltlichen Herrn nahekommt. Zehntausende deutsche Männer und Frauen verbringen ihr Leben in Klöstern. Die gemeinsamen Gebete strukturieren ihren Tag. Alle zwei, drei Stunden Gottesdienste. Sieben zwischen Morgengrauen und Dämmerung. Pflicht für alle im Takt der Uhr. Das Mittelalter kennt keine Uhrzeiten. Man braucht sie nicht. Anders im Kloster. Aus der frommen Notwendigkeit, die festgesetzten Gebetszeiten immer pünktlich einzuhalten, werden alle Klöster mit Uhren ausgestattet. Um das Jahr 1300 kommen die ersten mechanischen Turmuhren auf.
22:11
Technische Meisterwerke. So wissen die Nonnen und Mönche und bald auch jedermann, was die Stunde geschlagen hat. Außerhalb der Gebetszeiten arbeiten die Mönche. Z.B. als Kopisten von Büchern. Das antike Wissen der Griechen und Römer wird so in die neue Zeit herübergeholt. Den gelehrten geistlichen Abschreibern sei dank. Zu den traditionellen Tätigkeiten der Nonnen gehört es, Kranke oder Schwangere aus der Umgebung zu versorgen. Einige Forscher vermuten jedoch, dass mittelalterliche Nonnen auch in Bereichen wirkten, die sonst als Männerdomäne galten. Doch bislang fehlte es an Beweisen. Am Max Planck-Institut für Menschheitsgeschichte wurde jetzt eine überraschende Entdeckung gemacht. Herr Krause, was haben Sie da genau herausgefunden? Wir wollten Paradentose im Mittelalter untersuchen. Und haben dafür Zähne untersucht und den Zahnstein, der an alten Zähnen noch mit dranhängt. Durch Zufall haben wir im Zahnstein einer Frau aus dem Mittelalter
23:29
hunderte von kleinen Farbpigmenten gefunden, und zwar blaue Farbe. Was war das Besondere daran? Der Zahnstein ist wie eine Art Zeitkapsel. Da bleiben Fremdstoffe drin hängen. Aber auch die Bakterien, die einst in der Person gelebt haben. Diese blauen Farbpigmente, die wir in den Zahnsteinen fanden, die stammen von Lapislazuli. Lapislazuli war ein sehr seltener Stoff im Mittelalter. Der wurde zu dieser Zeit nur in Afghanistan produziert. Es ist eine Überraschung, dieses seltene Pigment im Zahnstein einer Frau zu finden. Wie sind die Farbpigmente in den Zahn gelangt? Das Küssen von Heiligenbildern wäre eine Möglichkeit. Wird jedoch erst im späten Mittelalter Brauch. In der islamischen Welt wurde Lapislazuli auch als Arznei eingenommen. Aber bei uns in Europa? Oder es ist bei der Herstellung der leuchtend-blauen Farbe passiert. Die wurde in der Regel aber fertig importiert und nicht selber hergestellt. Auch beim Verzieren von Büchern könnte das kostbare Blau
24:35
in den Mund gelangt sein. Aber Frauen in der Buchkunst? Darüber schweigen die Quellen bislang. Vieles deutet daraufhin, dass diese Frau eine Art Künstlerin war. Dass sie wahrscheinlich Manuskripte illustriert hat. Und wahrscheinlich den Pinsel verwendet hat. Dann hat man häufig den Pinsel angeleckt. Wir wussten aus historischen Texten bisher gar nicht, dass Frauen zu dieser Zeit auch diese Dokumente illustriert haben. So hatten Frauen einen höheren Status, als wir vermutet hatten. Das gilt auch für die Frauen in den Städten, wo wohlhabende Handwerker- und Kaufmannsfamilien den Ton angeben. In Ulm bauen die Bürger auf eigene Rechnung eine gewaltige Kirche. Als Glaubensbekenntnis, aber auch als Symbol der Unabhängigkeit ihrer emporstrebenden Stadt. Frau Ginger gehört zu den gutbetuchten Familien, die den Bau finanzieren. Zum Dank wird sie auf dem großen Altarbild verewigt. Als Mutter Gottes mit Jesus und Josef.
25:46
Mitten im Ulmer Münster. Mit den wachsenden Städten erhält das Hochmittelalter sein unverkennbares Gesicht. Mit Häusern in verwinkelten Gässchen, wie sie heute noch in mittelalterlichen Stadtkernen zu sehen sind. Das wichtigste Zentrum ist der Marktplatz, auf dem das ganze Jahr über Waren gekauft und verkauft werden können. Die Stadtmauer wird zum Symbol, das zwei Welten trennt. Draußen herrscht meist Unfreiheit und Fronarbeit. Drinnen locken Bürgerrechte und Selbstbestimmung. Aber seit wann gibt es überhaupt so viele Städte? Anfang des 12. Jahrhunderts existieren im ganzen Reich nur rund 50 Städte. Man nennt sie auch Mutterstädte. An Rhein und Donau sind es vor allem Gründungen aus römischer Zeit. Dazu kommen eher kleine Marktsiedlungen. Und eine Handvoll Bischofssitze. Doch als hätte jemand den Schalter umgelegt, sprießen plötzlich überall Städte aus dem Boden. Annähernd 3000 sind es im 14. Jahrhundert.
26:57
Eine urbane Revolution. Die Stadt wird das Erfolgsmodell schlechthin. Deshalb platzen viele Städte auch bald aus allen Nähten. Ein Stadtrat, der sich aus Vertretern der reichen Familien zusammensetzt, gibt die Regeln vor für das Zusammenleben auf engstem Raum. Händler und Handwerker können hier ihre Ware vor einem großen Publikum anbieten und verkaufen. Und Stadtluft macht frei. Bauern aus umliegenden Dörfern bietet die Stadt die einzigartige Chance, auf ein neues selbstbestimmtes Leben. Doch es gilt auch, zahlreiche Vorschriften zu beachten. So etwas wie Gewerbefreiheit gab es im Mittelalter gar nicht. Wer Handwerker war, musste einer Zunft angehören. Die Zünfte kontrollierten die Qualität der Waren, legten Löhne und Preise fest. Und sorgten dafür, dass nicht ein Handwerker dem anderen ins Handwerk pfuscht. Ungefähr die Hälfte der Einwohner einer Stadt waren damals Handwerker. Die Zünfte waren ganz schön mächtig. Alles wurde im Kollektiv angeschafft.
28:09
Gebacken wurde in stadteigenen Öfen, in denen die Bäcker sich abwechseln mussten. Am Freiburger Münster kann man gut erkennen, wie groß damals ein Brot und ein Brötchen sein durften. Man hält das hierhin, dann hat man exakt die Größe. Die damals gültigen Maße sind heute noch hier zu erkennen. Wer Zweifel hatte, konnte direkt den Test machen. Oder hier eine Elle, die Länge eines Unterarms. Da kann man genau nachmessen, wie lang die damals in Freiburg war. Das waren exakt 54 Zentimeter. Konnte jeder prüfen. Mittelalterlicher Verbraucherschutz sozusagen. Auch wer sich wie zu kleiden hat ist im Mittelalter vorgeschrieben. Oberste Regel: Anständig soll jeder aussehen. Also dem eigenen Stand angemessen. Vorgeschrieben wird vor allem, was nicht getragen werden darf. Spitze Schnabelschuhe. Die sind dem Adel vorbehalten. Bei Frauen ist alles offenherzige und figurbetonte verpönt. Juden werden in fast ganz Europa verpflichtet, einen gelben spitzen Hut zu tragen. Eine unverhohlene Stigmatisierung,
29:28
Der Bauer trägt indes tagein tagaus dasselbe Gewand: Kittel, Hose und Schuhe, die immer wieder geflickt werden. Das Leben in der mittelterlichen Stadt bringt viele Herausforderungen mit sich. Auch neue Gefahren, wie den zum Himmel stinkenden Dreck in den Straßen. Nicht nur alltägliche Belästigung für Fußgänger. Mangelnde Hygiene ist Krankheitsursache Nummer eins im Mittelalter. Fäkalien, Abwasser und Müll sind Brutstätten für Erreger aller Art. Woran Menschen damals gelitten haben, will man im dänischen Odense herausfinden. Hier lagern rund 17.000 Skelette aus dem Mittelalter. Wissenschaftler untersuchen die Knochen und Schädel auf Spuren von Krankheiten und medizinischen Eingriffen. Wundheiler, Bader, Quacksalber zählen zu den Handwerkern. Denn sie absolvieren kein Medizinstudium. Ihre Kenntnisse haben sie sich in der Praxis angeeignet. Vor allem auf den Schlachtfeldern. Heute noch lässt sich erkennen,
30:43
mit welchen Techniken sie ihre Patienten damals behandelten. Die Praktiker trauen sich sogar an Schädel-OP's. Mit - aus heutiger Sicht - erstaunlichen Erfolgen. Lose Knochensplitter werden mit einer Pinzette aus dem offenen Schädel entfernt. Und das Loch mit einem entzündungshemmenden Silberstück verschlossen. Ein komplizierter medizinischer Eingriff, den viele Patienten nachweislich gut überstanden. Auch Architekten und Bauhandwerker trauen sich im Mittelalter immer mehr zu. Europas Städte werden zu Großbaustellen. Überall wachsen jetzt Kathedralen in den Himmel. Oft dauert es Jahrhunderte, bis endlich der Schlussstein gesetzt werden kann. Die ersten entstehen in Frankreich. Und mit ihnen der sogenannte "neue Stil", der europaweit kopiert wird: Die Gotik. Statt dicker Mauern und schmaler Fenster filigraner Säulen- und Fassaden-Schmuck. Wie Wolkenkratzer erheben sie sich über die engen und dunklen Gassen.
32:01
Mit hohen Kirchtürmen, die den Himmel berühren wollen. Ob in Ulm, Köln oder Freiburg: Die neuen Gotteshäuser zeigen eindrücklich, zu welchen Leistungen die Bürger einer Stadt fähig sind. Die Städte konkurrierten miteinander. Jeder wollte eine noch prunkvollere Kirche haben als der Nachbar. Und vor allem eine noch höhere. 116 Meter ist der Hauptturm des Freiburger Münsters hoch. Noch bis in die Mitte des 19. Jh. sind die Türme der Kathedralen die höchsten Gebäude Europas. Freiburg hatte im 13. und 14. Jh. gerade einmal 10.000 Einwohner. Man kann ganz gut ermessen, welche Bedeutung die Religion für die Menschen gespielt haben muss. Dass sie sich so eine Kirche hingestellt haben. Aber das Seelenheil war den Leuten wohl jede Anstrengung wert. Auch Seuchen und Krankheiten gelten im Mittelalter als Gottes Werk. Besonderen Schrecken verbreitet die Lepra. Im Volksmund Aussatz. Eine Erkrankung, die den Patienten stark entstellt.
33:15
Wer sich mit Lepra infiziert, gilt im Mittelalter bereits als tot. Obwohl er oft noch Jahre, manchmal Jahrzehnte weiterlebt. Paläogenetiker der Universität Zürich sind dem Erbgut des Lepra-Erregers auf der Spur. Aus dem Zahn eines mittelalterlichen Lepra-Kranken werden Gewebeproben entnommen. Damit kann der Bauplan des historischen Lepra-Genoms rekonstruiert werden. Um dadurch mehr über die chronische Infektionskrankheit herauszufinden. Lepra ist eine sehr alte Krankheit, kennt man schon aus der Bibel. Wieso hat sie sich gerade im Mittelalter so schnell ausgebreitet? Unsere genetischen Analysen zeigten, dass der letzte gemeinsame Vorfahre aller heutigen Lepra-Erreger vor ungefähr 4000 Jahren bestand. Alle diese Erreger, die es heute gibt in Afrika, Asien, Amerika. Sogar bei manchen Tieren, gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Und die verursachen alle Lepra. War eine genetische Mutation des Lepra-Erregers daran schuld, dass sich die Krankheit im Mittelalter so stark ausbreitete?
34:36
Die Untersuchungen im Labor führen zu dem Schluss, dass das wohl mit anderen Faktoren zusammenhängt. Wahrscheinlich mit der zunehmenden Urbanisierung. Die Menschen haben in Städten sehr eng zusammengelebt. Da konnte sich der Erreger innerhalb der Menschen ausbreiten. Es war keine biologische Veränderung des Erregers. Sondern eher die Lebensbedingungen der Menschen, die sich veränderten. Die dazu führten, dass sich der Lepra-Erreger stark ausbreitete. Mitte des 14. Jh. werden die Menschen von einer noch schlimmeren Krankheit heimgesucht. Die Pest bricht aus und entwickelt sich schnell zu einer der verheerendsten Epidemien der Weltgeschichte. Erst seit 130 Jahren wissen wir, dass die Infektionskrankheit durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Binnen weniger Tage sterben Menschen wie die Fliegen. Städte, Dörfer, ganze Landstriche werden entvölkert. Jeder Dritte wird Opfer der Pest. Über 20 Millionen Tote in Europa. Viele Menschen damals sind der Überzeugung,
35:53
dass die Seuche eine Strafe Gottes ist. Mit Prozessionen versuchen die Überlebenden, den Himmel milde zu stimmen. Und sie finden gleichzeitig einen Schuldigen am großen Sterben. Die Juden, die Außenseiter der mittelalterlichen Gesellschaft. Sie hätten die Brunnen vergiftet und so die Pest verbreitet. Ein tödliches Gerücht, das im 14. Jh. schlimme Pogrome zur Folge hat. Die schlimmsten vor dem Holocaust. Angst ist ein beherrschendes Gefühl für die Menschen des Mittelalters. Trost bietet nur die Kirche als Hüterin himmlischer Gnadenschätze. Und sie allein weiß den rechten Weg. Warnt vor Sünde und ewiger Verdammnis. Drastische Altarbilder in den Kirchen zeigen, was Sünder nach dem Tod sicher erwartet. Die Qualen der Hölle. Kann ich vor dem Weltenrichter bestehen? Komme ich in den Himmel, oder straft mich Gott für meine Sünden? Und schickt mich zu den Verdammten ins ewige Feuer der Hölle?
37:09
Für die Menschen im Mittelalter quälende Fragen. Und weil man die so fürchtete, hatten die Menschen von der Hölle eine konkrete Vorstellung. Die Hölle stellte man sich unter anderem als Trichter vor, der auf den Erdmittelpunkt zuläuft. Und an dessen Ende Luzifer persönlich wartet. Der Höllenfürst wäre 2000 Ellen groß. Das sind ungefähr eineinhalb Kilometer. Groß ist auch der Katalog der Sünden: Stolz, Neid, Zorn. Trägheit, Habgier, Völlerei, Unkeuschheit. Wer eine der sieben Todsünden auf sein Gewissen lädt, kommt auf jeden Fall in die Hölle. Die Hölle ist eine Sackgasse ohne Ausweg. Bis sich im 11. und 12. Jh. die Vorstellung herausbildete, dass zwischen Himmel und dem Reich des Teufels noch ein Ort liege: Das Fegefeuer, eine Art Besserungsanstalt, in der man für seine Sünden büßen und in den Himmel kommen konnte. Die Idee vom Fegefeuer entwickelt sich mit dem Aufkommen der modernen Geldwirtschaft.
38:17
Wie der Kaufmann seine Bilanz, so begreift man jetzt auch sein Sündenregister als eine offene Rechnung, die es zu begleichen gilt. Die drohenden Tage im Fegefeuer können mit guten Taten zu Lebzeiten abgegolten werden. Rittern, die das Kreuzfahrergelübde ablegen, gewährt die Kirche ein Guthaben auf dem himmlischen Konto. Für diese Männer ist sogar das Gebot, du sollst nicht töten, außer Kraft gesetzt. Wer einen Heiden umbringt, handelt im Auftrag Jesu. Wer dabei zu Tode kommt, gelangt direkt ins Paradies. Auch die Gebeine der Heiligen versprechen wirksamen Schutz vor Hölle und Fegefeuer. In der Kölner Kirche St. Ursula kann heute noch eine unglaublich große Sammlung besichtigt werden. Die heiligen Knöchelchen werden in kostbaren Reliquien-Büsten und in Schädel-Reliquiaren aufbewahrt. Klappt man so eine Büste auf, kommt der echte Schädel zum Vorschein. Die eigentliche Reliquie. Das späte Mittelalter erlebte einen Reliquien-Boom.
39:28
Die wertvollsten, weil hilfreichsten Überbleibsel waren Objekte, die angeblich direkt von Jesus stammten. Wie die Dornenkrone von seiner Kreuzigung. Oder der Atem Jesu eingekapselt in einem Fläschchen. Teile seiner Nabelschnur wurden verehrt. Und sogar die Vorhaut Christi. Die hatte man ja bei seiner Beschneidung entfernt. Mit der Nachfrage nach Reliquien stieg auch das Angebot. Von vielen Heiligen gibt es gleich mehrere Köpfe. Der Heilige Stephan scheint in seinen besten Zeiten einmal 13 Arme gehabt zu haben. Die Menschen im Mittelalter glaubten fest an die heilende Kraft der Reliquien. Der feste Glaube an eine göttliche Wahrheit beflügelt im Mittelalter auch die Wissenschaft. Es sind Männer der Kirche, die die christliche Theologie mit der antiken Philosophie zusammenbringen und versöhnen. Logik und Wahrheit werden dabei zu entscheidenden Kategorien. Vor allem kümmert sich die Kirche um den gelehrten Nachwuchs. Aus Kloster- und Domschulen gehen die ersten Universitäten hervor.
40:41
Überhaupt ist das Mittelalter auch eine Zeit epochaler Erfindungen und Weiterentwicklungen. Kräne gibt es schon seit der Antike. Neu aber ist der feststehende Hafenkran. Mit der Weiterentwicklung der Notensysteme revolutioniert das Mittelalter die Musik. Mit der Erfindung der Ölmalerei wird auch die bildende Kunst in neue Sphären katapultiert. Noch ein Meilenstein: die Brille. Geschliffene Linsen, die man sich auf die Nase setzen kann. Und ohne den "trockenen Kompass" wäre Europa wohl kaum ein Kontinent der Entdecker geworden. Selbst der moderne Fußball kann als Erfindung des Mittelalters gelten. Auf jeden Fall verdanken wir einem englischen Mönch den ersten Spielbericht. Er und seine Brüder gehen regelmäßig auf Tore-Jagd. Ganz nach Gewohnheit unseres Landes, wie er schreibt. Das Mittelalter ist also alles andere als ein dunkles, düsteres Zeitalter. Viel hat sich in 1000 Jahren entwickelt. Städte, die wie Pilze aus dem Boden sprießen.
42:01
Kathedralen, die gen Himmel wachsen. Es gibt große Fortschritte in Handwerk und Wissenschaft. Und das ist erst der Anfang. Am Ende des Mittelalters gelang einem Mann eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern. Der Mainzer Johannes Gutenberg und seine Kollegen lösten damit eine Medien-Revolution aus, die sich nur mit der Ausbreitung des Internets vergleichen lässt. Bis zum Jahr 1500 kamen europaweit an die 10 Mio. Bücher und Traktate auf den Markt. Auch der Horizont der Menschen erweiterte sich. 1492 landet Kolumbus in der Neuen Welt. Und Luthers Reformation rüttelte an der Vormachtstellung der katholischen Kirche. Die Säulen der mittelalterlichen Welt gerieten ins Wanken. Die Menschen lenkten ihren Blick mehr auf das irdische Leben und stellten Überliefertes infrage. Es war ein erster Schritt auf dem Weg in die Moderne. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020

DOWNLOAD SUBTITLES: