Deutschland bei Nacht: Land | Ganze Folge Terra X

Deutschland bei Nacht: Land | Ganze Folge Terra X

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Language: German

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* Titelmusik * Die Nacht. Geheimnisvoll und mächtig. Von Menschen gefürchtet und verehrt. Nur an wenigen Orten ist sie noch so zu bewundern. Sie bietet Schutz. Und weckt doch menschliche Urängste. Wie hat sich unser Verhältnis zur Finsternis geändert? Und wie lange noch können wir diese Schönheit genießen? Auf der Suche nach der Magie der Nacht fernab großer Städte durchstreifen wir Deutschland. Von den Bergwelten im Süden bis zu den Meeresküsten im Norden. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Abendstimmung legt sich über das Land. Es dauert nicht mehr lange, und die andere Hälfte des Tages bricht an. Tag und Nacht, hell und dunkel, ein ewiger Kreislauf. Der Übergang von der Dämmerung zur Dunkelheit. In den Alpen und bei klarer Sicht ist er besonders schön. Sobald die Sonne im Westen untergegangen ist, lässt sich im Osten ein graublauer Bogen beobachten.
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Der "Erdschattenbogen". Da die letzten Sonnenstrahlen nicht mehr alle Schichten der Atmosphäre erreichen, erscheint der Horizont dunkler. Die Blaue Stunde bereitet auf die Nacht vor. Mit ihrem spektakulären Sternenhimmel. Und der atemberaubenden Milchstraße. Der Wechsel von hell und dunkel entsteht durch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse. Die Länge von Tag und Nacht hängt von den Jahreszeiten ab. Die Erdachse ist um etwa 23,4 Grad geneigt. Diese Schiefstellung ist die Hauptursache für die Entstehung der vier Jahreszeiten. Sonnenstrahlen treffen in unterschiedlichen Winkeln auf die Erde und erwärmen sie mal stärker, mal schwächer. In unserem Sommer ist ein größerer Teil der Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt. Die Tage sind länger. Im Winter ist es entsprechend umgekehrt. Dieser Rhythmus bestimmt seit jeher den Menschen und seine Kultur. <font color=#E8E858>Die Nacht ist ja eine</font> <font color=#E8E858>ganz andere Welt als der Tag.</font>
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<font color=#E8E858>Wir haben Gesetze des Tages,</font> <font color=#E8E858>Abläufe des Tages.</font> <font color=#E8E858>Wir haben Lebensrealitäten</font> <font color=#E8E858>des Tages.</font> <font color=#E8E858>Und die sind von denen</font> <font color=#E8E858>in der Nacht grundverschieden.</font> Die Finsternis macht ihre eigenen Regeln. Besonders bei Vollmond scheint alles möglich. Er fasziniert und verzaubert. Sein fahler Schein bringt aber auch die schlimmsten Ängste zutage. Er lässt Wölfe heulen und raubt vielen den Schlaf. Mensch und Mond, um kaum einen anderen Himmelskörper ranken sich so viele Geschichten. <font color=#E8E858>Der Mond ist fast so was</font> <font color=#E8E858>wie eine zweite Sonne.</font> <font color=#E8E858>Er ist reichhaltig belegt</font> <font color=#E8E858>durch Mythen und Legenden.</font> <font color=#E8E858>Wir haben dann im vormodernen</font> <font color=#E8E858>Deutschland Vorstellungen,</font> <font color=#E8E858>dass etwa Kinder,</font> <font color=#E8E858>die im Mondschein geboren sind,</font> <font color=#E8E858>vielleicht mehr Glück haben.</font> <font color=#E8E858>Oder dass man den Mond</font> <font color=#E8E858>vermeiden muss,</font> <font color=#E8E858>dass der Neumond eine</font> <font color=#E8E858>Unglück bringende Wirkung hat.</font> <font color=#E8E858>Der Mond hat eine</font> <font color=#E8E858>ganz enge Verbindung</font> <font color=#E8E858>zum Alltagsleben der Menschen</font> <font color=#E8E858>lange gehabt.</font> <font color=#E8E858>Und auch heute noch.</font> Nachts im Mondschein kommen all jene hervor,
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die wir bei Tag selten zu Gesicht bekommen. Jetzt betreten die nacht- und dämmerungsaktiven Bewohner des Waldes ihre Bühne. Im Lauf der Evolution haben sie ihre Sinne der Nacht angepasst. Fledermäuse orientieren sich durch Ultraschall-Echo-Ortung. Igel dagegen finden ihre Beute mithilfe ihrer feinen Nase. Aber auch all die anderen, die nachts aktiv sind, verfügen über besondere Fähigkeiten. Das hilft ihnen, im Schutz der Dunkelheit zu überleben. <font color=#E8E858>Immer, wenn Evolution stattfindet,</font> <font color=#E8E858>wenn Leben sich entwickelt,</font> <font color=#E8E858>gibt es Nischen,</font> <font color=#E8E858>die besetzt werden können.</font> <font color=#E8E858>Nicht nur räumliche Nischen.</font> <font color=#E8E858>Am nächsten Hügel</font> <font color=#E8E858>oder an dem nächsten See.</font> <font color=#E8E858>Es gibt auch zeitliche Nischen,</font> <font color=#E8E858>wie die Nacht.</font> <font color=#E8E858>Wenn dann eine starke Spezies kommt</font> <font color=#E8E858>wie der Mensch,</font> <font color=#E8E858>werden Tiere den Weg finden,</font> <font color=#E8E858>in andere Richtungen auszuweichen.</font> <font color=#E8E858>Sie können in den Dschungel gehen.</font> <font color=#E8E858>Sie können ins Wasser gehen</font> <font color=#E8E858>oder in die Nacht.</font> Der Rhythmus von Tag und Nacht, sein Einfluss auf Tier und Mensch ist allgegenwärtig.
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Aber auch Pflanzen passen ihr Verhalten diesem Zyklus an. Wissenschaftlich untersucht wird das schon lange. Bereits Charles Darwin sprach von schlafenden Pflanzen. Forscher der TU Wien und der Universität Budapest wollen es genauer wissen. Im bayerischen Furth im Wald werden András Zlinszky und Gerhard Pürcher eine Nacht lang zwei Birken beobachten und vermessen. <font color=#E8E858>An Bäume denken wir,</font> <font color=#E8E858>als ob sie statisch feste Objekte,</font> <font color=#E8E858>Lebewesen sind.</font> <font color=#E8E858>Aber es hat sich rausgestellt, dass</font> <font color=#E8E858>die Bewegungen haben in der Nacht.</font> <font color=#E8E858>Bäume haben kein Nervensystem,</font> <font color=#E8E858>sofern wir wissen.</font> <font color=#E8E858>Sie haben auch kein Bewusstsein</font> <font color=#E8E858>oder Bewusstseinszustände.</font> <font color=#E8E858>Das heißt,</font> <font color=#E8E858>Schlaf ist unbedingt eine Analogie.</font> Die Wissenschaftler vermessen die Bäume mithilfe von Laserscannern. Eine ganze Nacht lang. Bei Sonnenuntergang beginnt das Experiment. Mit Infrarotlicht werden Milliarden einzelner Punkte auf die botanischen Probanden projiziert.
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Die Blätter der Birken reflektieren das Licht. Für den Menschen ist das unsichtbar. Alle 30 Minuten wird dieser Vorgang wiederholt, bis zum Morgengrauen. Nun werten die Forscher die fast zwei Milliarden Mess-Punkte aus. So können sie die nächtlichen Bewegungen der Bäume beweisen. Tagsüber verdunsten Bäume im Rahmen der Photosynthese Flüssigkeit über kleine Öffnungen in ihren Blättern. Nachts fehlt das Sonnenlicht, und die Spaltöffnungen schließen sich. Der Wasserdruck nimmt ab, erst im Stamm, dann in den Zweigen. Wie stark Bäume ihre Blätter und Äste hängen lassen, ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Aber die Vermessung zeigt: Im Laufe der Nacht haben sich die Blätter und Äste um etwa 20 Zentimeter abgesenkt. Die Bäume legen sich sozusagen schlafen. Erst ab Sonnenaufgang und mit zunehmendem Tageslicht richtet die Birke ihre Äste wieder auf. Bäume und ihre Geheimnisse: Nicht alles, was in der Finsternis geschieht,
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lässt sich so leicht erklären. Warum zum Beispiel erwachen nachts rund um den bayerischen Chiemsee Zombie-Bäume zum Leben? Wie von Geisterhand heben längst abgestorbene Bäume ihre Äste und Zweige. Und das, obwohl in ihnen kein Tropfen Baumsaft mehr fließt. Eine Erklärung könnte die hohe Luftfeuchtigkeit in den Mooren sein. Die toten Äste saugen sich nachts mit Wasser voll, gewinnen an Volumen und strecken ihre Zweige. Tagsüber dann trocknen sie nach und nach wieder aus. <font color=#E8E858>Die Magie der Nacht</font> <font color=#E8E858>genieße ich sehr.</font> <font color=#E8E858>Ich denke immer: Wie mögen</font> <font color=#E8E858>die früheren Generationen,</font> <font color=#E8E858>die Menschen in den früheren</font> <font color=#E8E858>Jahrhunderten das empfunden haben?</font> <font color=#E8E858>Das sind Zeichen Gottes, Zeichen</font> <font color=#E8E858>einer Göttlichkeit oder der Götter.</font> Um die nächtlichen Mächte der Natur ranken sich Mythen und Legenden. Wikinger glaubten, Polarlichter seien eine Erscheinung ihrer Götter. Für andere nordische Völker galten sie dagegen als böse Omen. Bis heute faszinieren uns die flackernden Himmelslichter.
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Auch in Deutschland lassen sie sich bewundern. Im Schnitt alle elf Jahre. Sie sind Wächter in der Dunkelheit: Leuchttürme. Seit Jahrhunderten weisen sie Seefahrern den Weg durch raue, finstere Nächte. Viele von ihnen sind Meisterwerke der Architektur. In Deutschland sind noch etwa 200 in Betrieb. Bei klarer Sicht schicken sie ihr Licht bis zu 60 Kilometer weit aufs Meer hinaus. Sie erinnern an die sagenumwobene Seefahrt vergangener Tage. Und versprechen die Rückkehr in den sicheren Hafen. Der Leuchtturm als Fixpunkt am grenzenlosen Horizont. * Musik * Unheimlich schön ist auch ein Schauspiel am Wattenmeer. In schwül-warmen Sommernächten schimmern das Meer und der Strand geheimnisvoll bläulich-grün. Seit dem Altertum ist dieses Phänomen bekannt. Allerlei Seemannsgarn wurde darum schon gesponnen. Dabei ist die Erklärung einfach. Es ist nicht das Meer, das leuchtet, sondern mikroskopisch kleine Einzeller.
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Vor allem in warmen und windstillen Nächten häufen sich Millionen von ihnen an. Diese Mikroorganismen haben die Fähigkeit, für eine kurze Zeit körpereigene Leuchtstoffe herzustellen. Bekannt ist das als "Biolumineszenz". Äußere Reize, wie das Brechen der Wellen am Strand, regen die kleinen Algen dann zum Leuchten an. Eine einzigartige Lichtshow der Natur. <font color=#E8E858>Die Natur liefert uns ja</font> <font color=#E8E858>unglaubliche Schauspiele.</font> <font color=#E8E858>Heute haben wir neue</font> <font color=#E8E858>technische Möglichkeiten.</font> <font color=#E8E858>Und können die Nacht</font> <font color=#E8E858>zum Leuchten bringen.</font> <font color=#E8E858>Wir haben Feuerwerke oder</font> <font color=#E8E858>nächtliche Illuminationen.</font> <font color=#E8E858>Die vermitteln doch</font> <font color=#E8E858>fast den Eindruck,</font> <font color=#E8E858>dass wir die Nacht beherrschen.</font> <font color=#E8E858>Dass die Nacht der neue Lebensraum</font> <font color=#E8E858>des Menschen ist.</font> <font color=#E8E858>Wenn diese Phänomene bis</font> <font color=#E8E858>in den Himmel reinstrahlen.</font> <font color=#E8E858>Dann haben wir den Eindruck,</font> <font color=#E8E858>nicht nur die Welt,</font> <font color=#E8E858>sondern auch der Weltraum</font> <font color=#E8E858>gehört uns.</font> Die Finsternis in Szene setzen, das können wir. Sportliche Events bei Nacht gehören auch dazu. Leuchtende Wesen in "Lightsuits".
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In ihren Lichtanzügen bringen sie die bayerischen Berge zum Strahlen. * Musik * Für diese Hightech-Ausrüstung wurden insgesamt über 6000 LED-Lampen aufwendig verarbeitet. Technik trifft auf Natur. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Eine spektakuläre Show. Alpenglühen mal ganz anders. * Musik * In den Wintermonaten haben Lichterfeste in Deutschland Tradition. In der Fränkischen Schweiz bringen jedes Jahr am Dreikönigstag rund 1000 Feuerstellen das Örtchen Pottenstein zum Leuchten. Und das seit über 100 Jahren. Lichtinstallationen halten auch Erinnerungen wach. "Das Geleucht" von Moers. Die XXL-Grubenleuchte ist eine Hommage an die Kumpel von Rhein und Ruhr. Überall in Deutschland lassen bunt erstrahlende Orte die Welt in einem anderen Licht erscheinen. Künstliches Licht ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wie wichtig es für uns geworden ist,
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merken wir vor allem in der Dunkelheit. Denn ohne Licht ist das Sehen für das menschliche Auge eine große Herausforderung. Solange wir Tageslicht haben, sehen wir alle Farben, die uns die Welt zu bieten hat. Wird es aber dunkel, ändert sich unser Sehvermögen. Licht trifft auf die Netzhaut. Dort wandeln verschiedene Fotorezeptoren die optischen Signale in elektrische Reize um. Für das Farbsehen sind die Zapfen zuständig. Es gibt drei unterschiedliche Zapfentypen. Sie alle enthalten Iodopsin, das Licht unterschiedlicher Wellenlängen absorbiert. Diese drei unterschiedlichen Wellenlängen-Bereiche entsprechen den Farben Rot, Grün und Blau. Sieben Millionen Zapfen lassen uns bei Licht die Welt bunt sehen. 120 Millionen Stäbchen unterscheiden zwischen hell und dunkel. Wechseln wir in die Dunkelheit, nimmt die absolute Empfindlichkeit des Sehsystems zu. Innerhalb weniger Minuten erhöht sich die Empfindlichkeit der Zapfen um das Tausendfache.
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Dann schaltet das Auge auf Stäbchen-Sehen um. Nach etwa einer halben Stunde hat sich das Auge komplett an die Dunkelheit angepasst. Nun nehmen wir nur noch die Grautöne wahr. <font color=#E8E858>Es ist ein Wunderwerk der</font> <font color=#E8E858>Maschinerie, der Evolution,</font> <font color=#E8E858>dass wir ein adaptives Auge haben.</font> <font color=#E8E858>Und wir sind als Menschen</font> <font color=#E8E858>absolut visuelle Wesen.</font> <font color=#E8E858>Wir können uns orientieren,</font> <font color=#E8E858>uns auch anpassen</font> <font color=#E8E858>an die Lichtverhältnisse</font> <font color=#E8E858>zwischen Tag und Nacht.</font> <font color=#E8E858>Aber nicht so gut,</font> <font color=#E8E858>wie das andere Lebewesen können.</font> <font color=#E8E858>Wie Katzen, die eine viel höhere</font> <font color=#E8E858>Auflösung haben.</font> <font color=#E8E858>Und sich viel besser</font> <font color=#E8E858>orientieren können.</font> Seit über 300.000 Jahren streifen Wildkatzen durch unsere Wälder. Bejagung und die Zerstörung ihres Lebensraumes brachten sie an den Rand des Aussterbens. Heute sind die Tiere streng geschützt. Wildkatzen leben zurückgezogen und jagen nachts. Mittlerweile leben wieder rund 7000 Wildkatzen in Deutschland. Im Westen vor allem in der Eifel, im Hunsrück, im Pfälzer Wald und im Taunus.
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Im östlichen Deutschland leben sie im Harz, Solling, Kyffhäuser und im Hainich. In großen zusammenhängenden Waldgebieten fühlen sie sich am wohlsten. Doch die gibt es immer seltener. Oft zerschneiden Landwirtschaft, Straßen- und Siedlungsbau die Wälder. Abhilfe könnten "grüne Korridore" schaffen. Je mehr Waldflächen wieder miteinander verbunden werden, desto sicherer der Lebensraum für die scheuen Tiere. Die Einzelgänger leben vor allem in Laub- und Mischwäldern mit Lichtungen oder Waldwiesen. Der Sehsinn der Katze ist so geschärft, dass sie am liebsten in der Dämmerung oder in der Nacht auf Nahrungssuche geht. * spannungsvolle Musik * Bei wenig Licht weitet sich die Pupille der Katze dreimal so stark wie beim menschlichen Auge. So kann viel mehr Licht auf ihre Netzhaut einfallen. Wie beim Menschen befinden sich auf der Netzhaut der Katze Zapfen und Stäbchen. Nur besitzt die Katze viel mehr Stäbchen als der Mensch.
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Zapfen sind für das Farbsehen verantwortlich, die Stäbchen dienen dem Sehen bei Dämmerung oder Dunkelheit. Hinter der Netzhaut liegt eine spiegelähnliche Schicht. Das "Tapetum Lucidum", zu Deutsch: leuchtender Teppich. Das Licht, das bereits die Netzhaut passiert hat, wird nun von dieser Schicht reflektiert. Und wieder auf die Netzhaut gespiegelt. Und wirkt so wie eine Art Restlicht-Verstärker. Auf diese Weise werden die lichtempfindlichen Zellen zweimal getroffen. Auf dem Hin- und dem Rückweg des Lichts durch das Auge. Darum leuchten nachts Katzenaugen, wenn sie angestrahlt werden. Nachtaktive Tiere können sehr anpassungsfähig sein. Durch milde Winter und Futter im Überfluss haben Wildschweine in den letzten Jahren ihre Population vervielfacht. Und auch die Probleme mit ihnen nehmen zu. Viele Ackerflächen liegen heute mitten in größeren Waldflächen: Dem Lebensraum der Tiere. Bei Helligkeit zeigt sich, was die borstigen Allesfresser
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auf den Feldern anrichten können. Um einen Ausweg aus dem Dilemma zwischen Mensch und Tier zu finden, untersucht die Forscherin Alisa Klamm mit ihrem Team die Bewegungsmuster von Wildschweinen im Nationalpark Hainich. Dafür müssen sie die Wildschweine mit GPS-Sendern ausstatten. <font color=#E8E858>Es gibt diesen ständigen Konflikt</font> <font color=#E8E858>zwischen den Wildschweinen,</font> <font color=#E8E858>die auf den landwirtschaftlichen</font> <font color=#E8E858>Flächen Schäden anrichten können.</font> <font color=#E8E858>Als auch Konflikte mit den Jägern.</font> <font color=#E8E858>Das ist in ganz Deutschland so</font> <font color=#E8E858>oder über Deutschland hinweg.</font> Um den Konflikt lösen zu können, brauchen die Wissenschaftler genaue Daten, wie die Tiere in diesem Teil von Thüringen leben. Das Schwarzwild fühlt sich am wohlsten in unterholzreichen Laub- und Mischwäldern. Mit ausreichenden Wasservorkommen. Es lebt überwiegend in Familienverbänden, den "Rotten". Innerhalb der Rotte herrscht eine strenge Hierarchie. Hier hat die Leit-Bache das Sagen. Im Vergleich zu anderen Wildtieren haben Wildschweine
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einen sehr schlecht ausgeprägten Sehsinn. Trotzdem sehen sie bei Nacht noch immer besser als der Mensch. Ihre Orientierung verdanken sie ihrem hervorragenden Geruchssinn, der ihnen bei Nacht den Weg weist und bei der Suche nach Nahrung hilft. * Musik * Mit ausreichend Futter wollen die Forscher die Tiere in diese Falle locken. In einem Bauwagen befindet sich die Einsatzzentrale. Dort warten sie ganz in der Nähe auf die Wildschweine. Von hier aus beobachten sie das nächtliche Treiben per Videokamera. Sie zeigt: Zu dieser Zeit sind nicht nur Wildschweine unterwegs. Wird sich das lange Warten lohnen? Die Falle schnappt zu, und die Tiere können besendert werden. Mit dem Ergebnis lassen sich die Bewegungsmuster im südlichen Hainich darstellen. Die Spuren von zehn Wildschweinen über einen Zeitraum von drei Monaten. Während sieben von zehn Tieren ihr Habitat, ihren Lebensraum kaum verlassen, gehen drei Nacht für Nacht auf Reise.
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Über 30 Kilometer streifen sie umher. Anhaltspunkte, die einen Kompromiss zwischen Mensch und Tier möglich machen könnten. <font color=#E8E858>Von den Ergebnissen erhoffen wir</font> <font color=#E8E858>uns, dass wir die Tiere</font> <font color=#E8E858>hier in diesem Lebensraum</font> <font color=#E8E858>besser verstehen.</font> <font color=#E8E858>Dass wir wissen, wie die Jagd oder</font> <font color=#E8E858>die landwirtschaftlichen Flächen,</font> <font color=#E8E858>die jedes Jahr anders bestellt</font> <font color=#E8E858>werden, aussehen.</font> <font color=#E8E858>Dass wir wissen: Was hat das</font> <font color=#E8E858>für einen Einfluss</font> <font color=#E8E858>auf die Tiere im Lebensraum.</font> Die Externsteine im Teutoburger Wald. Steinerne Zeugen der Vergangenheit. Heidnisches Heiligtum und christliche Stätte. In der Finsternis ist die bizarre Sandsteinformation ganz besonders märchenhaft. Der Naturpark bietet nachtaktiven Tieren Schutz und Nahrung. So zum Beispiel auch dieser Uhu-Familie. Erst nach etwa zehn Wochen können die Uhu-Jungen alleine fliegen. Solange müssen ihre Eltern für sie Nacht für Nacht jagen. Und das machen sie nahezu lautlos. Die Könige der Nacht: Seit der Antike werden ihnen besondere Bedeutungen zugeschrieben.
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Glücksbringer und Hexenboten. In vergangenen Tagen wurden sie sogar lebendig an Scheunen genagelt. Zum Schutz vor Hagel, Feuer und Zauberei. Die Nacht verleiht vielem eine andere Wirkung. <font color=#E8E858>Alles sieht anders aus,</font> <font color=#E8E858>man sieht nicht mehr weit.</font> <font color=#E8E858>Man sieht nicht, was hinter</font> <font color=#E8E858>der nächsten Ecke ist.</font> <font color=#E8E858>Alles verändert sich.</font> <font color=#E8E858>Das ist etwas, was unsicher macht,</font> <font color=#E8E858>was Ängste auslöst.</font> <font color=#E8E858>Und was dazu führt, dass man</font> <font color=#E8E858>anfängt, über diese Ängste zu reden.</font> <font color=#E8E858>Sie in Bilder zu fassen,</font> <font color=#E8E858>in bestimmte Geschichten zu fassen.</font> <font color=#E8E858>Auch in Figuren.</font> <font color=#E8E858>Da sind wir ganz schnell bei</font> <font color=#E8E858>diesen vielen Figuren der Nacht,</font> <font color=#E8E858>die mit dem Bösen, dem Unheimlichen</font> <font color=#E8E858>verbunden werden:</font> <font color=#E8E858>Vampire, Monster, der Teufel</font> <font color=#E8E858>und so etwas wie die Hexe.</font> Schauplatz schauriger Märchen ist oftmals der Harz. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts gilt er als der Versammlungsort für unheimliche Wesen. Schon Goethe sprach von Teufelstänzen und Hexensabbaten. Die markanteste Erhebung ist der Brocken, auch als Blocksberg bekannt.
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Noch im Mittelalter wagte sich kaum ein Mensch in sein undurchdringliches Dickicht. Erreichen konnte man seinen Gipfel damals am besten im Flug auf Besen oder Mistgabeln. Einmal im Jahr findet der Hexen-Spuk seinen Höhepunkt. In der Walpurgisnacht vollziehen oder erneuern die Hexen ihren Pakt mit dem Teufel. Ihren Namen verdankt die Walpurgisnacht der heiligen Walburga. Der Äbtissin aus England werden zahlreiche Heilungen zugesprochen. Um das Jahr 870 wurde sie genau am 1. Mai heiliggesprochen. Christliche Feste und heidnische Bräuche vereinen sich in der Walpurgisnacht. Schon Kelten und Germanen vertreiben mit Frühlingsfeuern die bösen Geister des Winters. Der Mensch fürchtet aber nicht nur lange, kalte Nächte, Hexen und Zauberer. Ihn schaudert auch vor Naturphänomenen, die er nicht erklären kann. * Donnergrollen * Bis heute lösen Gewitter bei vielen Angst aus. Und am schlimmsten ist das in der Nacht.
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In den Alpen wirken sommerliche Hitzegewitter besonders bedrohlich. Denn Gewitterwolken können stundenlang in einem Tal wüten. Die Blitze schlagen dann spektakulär in die höchsten Punkte ein, also in die Bergspitzen. Gewitter spielen in der Geschichte der Menschheit eine große Rolle. Schon früh lernen Steinzeitmenschen, das Feuer zu bändigen. In der germanischen Mythologie ist es Thor, der als Donnergott die Menschen vor zerstörerischen und finsteren Kräften beschützen soll. Gewitter als Zeichen göttlicher Strafe. Auch der spätere Reformator Martin Luther soll daran geglaubt haben. Als in seiner Nähe ein Blitz einschlägt, so heißt es, soll er in Todesangst gelobt haben, ein Mönch zu werden. <font color=#E8E858>Wir haben eine lange</font> <font color=#E8E858>Entwicklungslinie,</font> <font color=#E8E858>wo wir immer wieder sehen:</font> <font color=#E8E858>Der Mensch hat Angst</font> <font color=#E8E858>vor dem Gewitter.</font> <font color=#E8E858>Vor allem Angst vor dem Gewitter,</font> <font color=#E8E858>weil er nicht weiß, wie es entsteht.</font> <font color=#E8E858>Woher diese Geräusche mit dieser</font> <font color=#E8E858>unglaublichen Macht kommen.</font>
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<font color=#E8E858>Das Gewitter ist vor allem</font> <font color=#E8E858>auch eine ganz reale Gefahr.</font> <font color=#E8E858>Der Blitzschlag ist in der Lage,</font> <font color=#E8E858>Städte und Dörfer zu vernichten.</font> <font color=#E8E858>Die vielen Brände, die wir haben,</font> <font color=#E8E858>gehen zum großen Teil</font> <font color=#E8E858>auf Blitzeinschlag zurück.</font> <font color=#E8E858>Bis zur Erfindung des</font> <font color=#E8E858>Blitzableiters im 18. Jahrhundert.</font> <font color=#E8E858>Insofern war die Angst vor dem Blitz</font> <font color=#E8E858>und dem Donner auch berechtigt.</font> Die Angst vor Naturgewalt und Winternacht: Der Mensch hält dagegen und feiert das Licht, so oft er kann. Sobald die längste Nacht des Jahres angebrochen ist, wissen wir: Die langen, dunklen Winternächte werden bald wieder kürzer. Die Wintersonnenwende kündigt die Rückkehr des Lichtes an. Schon die Germanen feiern die Wintersonnenwende in mehreren Nächten mit dem Julfest. Noch heute erinnert die skandinavische Bezeichnung Jul für Weihnachten an den germanischen Brauch. Am 25. Dezember ehren die Römer den Sol Invictus, den unbesiegbaren Sonnengott. In der Antike ist dies der Tag der Wintersonnenwende,
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an dem das Licht wieder Oberhand über die Finsternis gewinnt. Der 25. Dezember gilt auch als Geburtstag von Jesus Christus. Ihm zu Ehren führt der römische Kaiser Konstantin ein Fest ein. Seit dem 4. Jahrhundert fallen Weihnachten und Wintersonnenwende nun zusammen. Das ändert sich erst mit der Einführung des gregorianischen Kalenders. Die längste Nacht des Jahres fällt nun auf den 21. oder 22. Dezember. Licht in der Dunkelheit: Alle Jahre wieder verbreiten Weihnachtsmärkte ihren Zauber. Ein Lichtermeer mit Tannengrün. Weihnachtsbäume gehören natürlich dazu. Die Liebe zu immergrünen Zweigen findet sich schon in der Antike. Für die Germanen ist die Tanne Symbol ewiger Lebenskraft. <font color=#E8E858>Wir leben heute</font> <font color=#E8E858>in einer aufgeklärten,</font> <font color=#E8E858>säkularen Gesellschaft,</font> <font color=#E8E858>wo die Kirche nicht mehr</font> <font color=#E8E858>so eine große Rolle spielt.</font> <font color=#E8E858>Doch wir kleben an diesen Bräuchen.</font> <font color=#E8E858>Das tun wir deswegen: Das Wort</font> <font color=#E8E858>Brauch kommt von Brauchen.</font> <font color=#E8E858>Weil Menschen ein Bedürfnis nach</font> <font color=#E8E858>solchen symbolischen Überformungen,</font>
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<font color=#E8E858>nach solchen Bildern</font> <font color=#E8E858>und Geschichten haben.</font> <font color=#E8E858>Wir brauchen die, um unseren Alltag,</font> <font color=#E8E858>unser Leben auch</font> <font color=#E8E858>zu gestalten und zu grounden.</font> <font color=#E8E858>So ein Fundament da reinzubekommen.</font> <font color=#E8E858>Denn dieses Licht steht für etwas.</font> <font color=#E8E858>Es steht für Zukunft,</font> <font color=#E8E858>es steht für Hoffnung,</font> <font color=#E8E858>es steht für Gemeinschaft</font> <font color=#E8E858>und Miteinander und Wärme.</font> <font color=#E8E858>Das ist etwas, was für Menschen</font> <font color=#E8E858>unendlich wichtig ist, das zu haben.</font> Auch im Sommer gibt es magische Nächte, vor allem die eine. Wenn der längste Tag des Jahres auf die kürzeste Nacht trifft, steht den jungen Männern aus den Dörfern am Waxenstein eine Mutprobe bevor. Auf steilen, felsigen Wegen erklimmen sie die Gipfel. Um dort oben in der Dunkelheit Feuer zu entfachen. Als Symbol des Lichts und des Lebens. So feiern die Menschen die Sommersonnenwende seit Jahrhunderten. Mit der Christianisierung wird aus der möglicherweise heidnischen Tradition die Johannisnacht. So oder so, die Feuer sollen Missernten, Krankheiten
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und Dämonen fernhalten. Wie kleine Glühwürmchen leuchten die Feuer auf dem Bergkamm des Waxensteins. Und in der Natur sehen sie so aus. In warmen Sommernächten bringen sie die Dunkelheit zum Leuchten: Glühwürmchen. Bei Helligkeit eher unauffällige Typen. Verwandeln sie sich bei Dunkelheit in strahlende Leuchtkäfer. Das Geheimnis: Die Tiere produzieren ihr eigenes Licht. Dank einer chemischen Reaktion setzt der kleine Körper Energie frei, die er in Form von Licht abstrahlt. Auch hier: Bioluminiszenz. Und je schöner ein Glühwürmchen strahlt, desto größer der Erfolg beim anderen Geschlecht. Allerdings ist das Glück nur von kurzer Dauer. Schon während des Liebesspiels erlischt ihr Licht. Kurz nach der Paarung stirbt das Männchen. Das Weibchen folgt ihm wenige Tage später. Vorher legt es noch seine Eier ab. <font color=#E8E858>Glühwürmchen werden aktiv,</font> <font color=#E8E858>wenn die Lichtintensität</font> <font color=#E8E858>unter einen Minimalwert sinkt.</font>
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<font color=#E8E858>Die Tiere sind an die Dunkelheit</font> <font color=#E8E858>angepasst, sie haben Augen,</font> <font color=#E8E858>die mit dem Restlicht</font> <font color=#E8E858>in der Nacht auskommen.</font> <font color=#E8E858>Und sie produzieren selbst Licht,</font> <font color=#E8E858>um zu kommunizieren.</font> <font color=#E8E858>Wenn Kunstlicht die Nacht erhellt,</font> <font color=#E8E858>dann stört das die Glühwürmchen.</font> <font color=#E8E858>Beziehungsweise sie werden gar nicht</font> <font color=#E8E858>erst aktiv.</font> Die Nacht hat nicht nur optisch was zu bieten. Tierische Sommernachtskonzerte sind ein echter Ohrenschmaus. Im Frühling und Sommer zirpt und grillt es in den Wiesen. Vor allem die scheue Feldgrille ist für ihre Musik bekannt. Jens Esser ist Insektenforscher. Er untersucht die stimmgewaltigen Klangkünstler. Dabei sind es nur die männlichen Grillen, die ihre Gesänge zum Besten geben. Die Weibchen sind stumm. <font color=#E8E858>Der Hauptgrund für die</font> <font color=#E8E858>Nachtaktivität dürfte sein,</font> <font color=#E8E858>dass dort weniger Fressfeinde</font> <font color=#E8E858>unterwegs sind.</font> <font color=#E8E858>Vor allem die Vögel sind bis</font> <font color=#E8E858>auf wenige Ausnahmen tagaktiv.</font> <font color=#E8E858>So können die Grillen-Männchen,</font> <font color=#E8E858>die ja durch das Zirpen</font> <font color=#E8E858>stark auf sich aufmerksam machen,</font> <font color=#E8E858>den Schutz der Nacht genießen.</font>
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Die männliche Grille zirpt aus unterschiedlichen Beweggründen: Sehr laut wird sie, wenn es darum geht, ihr Revier zu verteidigen. Noch viel mehr legt sie sich aber ins Zeug, wenn sie die Aufmerksamkeit vom Weibchen erregen will. Dann sitzt das Grillenmännchen vor seiner selbst gebuddelten Wohnhöhle und wartet auf die Richtige. Die er mit seiner Paarungsmelodie zu betören versucht. <font color=#E8E858>Die Männchen haben nicht so viel</font> <font color=#E8E858>Zeit, die wollen sich verpaaren.</font> <font color=#E8E858>Die Weibchen auch nicht,</font> <font color=#E8E858>die wollen ihre Eier loswerden.</font> <font color=#E8E858>Deswegen ist es alles</font> <font color=#E8E858>ein Termingeschäft.</font> Ein Termingeschäft mit ausgeklügelter Zirp-Technik. Alle Grillen sind Rechtsgeiger. Auf der Unterseite ihres rechten Vorderflügels befinden sich etwa 140 feine Zähne in Reih und Glied. Mit dieser Zahnleiste streicht die Grille über die "Schrillkante" des darunterliegenden linken Flügels. Wie bei einem Kamm, der über eine Tischkante streift, entsteht ein schnarrendes Geräusch. Dieses leise Zirpen überträgt sich auf Membranen in den Flügeln,
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die, leicht angehoben, wie Verstärker arbeiten. Und die Geräusche in die Umgebung abstrahlen. Bis zu 50 Meter weit. Ein Termingeschäft ist auch die Landwirtschaft. Nicht selten bringen Bauern ihre Ernte auch nachts ein. Das oft unberechenbare Wetter zwingt sie dazu. Ihnen drohen sonst Ernteverluste. Deshalb bekommen die Landwirte Ausnahme-Regelungen. Die riesigen Mähdrescher laufen dann bis tief in die Nacht. Von der Magie der Finsternis ist nun allerdings nichts mehr zu spüren. Der Mittelberg in Sachsen-Anhalt: Hier entdeckten Raubgräber 1999 einen wahren Super-Schatz. Einen archäologischen Jahrhundert-Fund. Die Himmelscheibe von Nebra. Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. Auf dem unteren Bogen der Bronzescheibe erscheint eine Sonnenbarke während ihrer nächtlichen Fahrt. Die Bögen links und rechts markieren den Horizont. Zu sehen sind 32 Sterne und offenbar Sonne und Mond in ihrem Himmelslauf.
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Sieben eng aneinander liegende Goldpunkte symbolisieren die Plejaden. Verschwand dieser Sternhaufen im März am westlichen Abendhimmel, wussten die Bauern, dass es Zeit ist, zu säen. Die Himmelsscheibe von Nebra, ein 3600 Jahre alter Bauernkalender. <font color=#E8E858>Die Menschen haben schon, seit wir</font> <font color=#E8E858>die Geschichte verfolgen können,</font> <font color=#E8E858>von Sternbildern gesprochen.</font> <font color=#E8E858>Die Geschichten setzten sich dann</font> <font color=#E8E858>über die Jahrhunderte</font> <font color=#E8E858>und durch die Völker fort.</font> <font color=#E8E858>Es gibt auch in Deutschland</font> <font color=#E8E858>viele Geschichten,</font> <font color=#E8E858>die dazu erzählt werden, auch viele</font> <font color=#E8E858>Sternbilder gemacht werden.</font> <font color=#E8E858>Die Plejaden spielen</font> <font color=#E8E858>eine große Rolle.</font> <font color=#E8E858>Man kann immer über den Großen Wagen</font> <font color=#E8E858>und den Bären Erzählungen machen.</font> <font color=#E8E858>Die heißen ja auch so, dass einen</font> <font color=#E8E858>das lockt, zu erzählen.</font> Der Große Wagen ist eines der bekanntesten Sternbilder und auf der Nordhalbkugel immer zu sehen. In Niedersachsen erzählt man sich vom Mythos des Jägers Hackelberg. Der wird bei der Jagd von einem Keiler tödlich verletzt. Hackelbergs letzter Wille: Sein Lieblingspferd soll ihn zu seiner letzten Ruhestätte bringen.
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Das Pferd aber geht samt Wagen und Hackelberg durch und verschwindet. Der Jäger findet seither keinen Frieden und irrt deswegen ruhelos im Himmel umher. <font color=#E8E858>Wenn man irgendwo steht und in einen</font> <font color=#E8E858>klaren Nachthimmel schaut.</font> <font color=#E8E858>Und man wirklich schauen kann.</font> <font color=#E8E858>Und diese Abermilliarden von</font> <font color=#E8E858>Sternpunkten am Himmel sieht,</font> <font color=#E8E858>kommt man sich</font> <font color=#E8E858>so unfassbar klein vor.</font> <font color=#E8E858>Und dennoch ist man vielleicht</font> <font color=#E8E858>auch beglückt, dass man dazugehört.</font> <font color=#E8E858>Man ist zwar nur ein ganz kleines</font> <font color=#E8E858>Pünktchen, aber man gehört dazu.</font> In manchen Sommernächten lassen sich "leuchtende Nachtwolken" beobachten. Himmlische Phänomene, die in etwa 80 km Höhe silbrig-blau schimmern. * Musik * Die Magie der Nacht endet mit dem Aufgang der Sonne. Der Tag bricht an, und jetzt gelten wieder dessen Regeln. Der ewige Kreislauf von Tag und Nacht beginnt von vorn. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020

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