Faszination Erde: Kamerun | Ganze Folge Terra X mit Dirk Steffens

Faszination Erde: Kamerun | Ganze Folge Terra X mit Dirk Steffens

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00:10
* Titelmusik * Afrika ist für viele ein Traumziel. Der Kontinent ist unfassbar vielfältig. Es gibt weite Savannen, unendliche Wüsten. Und einen riesigen Regenwald. Wer ganz Afrika kennenlernen möchte, der muss nicht den ganzen Erdteil bereisen. <font color=Yellow>Na, klaust du wieder Bananen?</font> <font color=Yellow>Lass dich bloß nicht</font> <font color=Yellow>vom Chef erwischen. </font> <font color=Yellow>Wenn man die ganze Vielfalt</font> <font color=Yellow>Afrikas sehen will, die Wüsten,</font> <font color=Yellow>die Savannen und die Regenwälder,</font> <font color=Yellow>muss man ganz vom Norden </font> <font color=Yellow>runter in den Süden fahren.</font> <font color=Yellow>8000 Kilometer, ein Dutzend Länder.</font> <font color=Yellow>Oder man kommt einfach hierher.</font> * Musik * Die Schönheit des Kontinents mit all seinen Landschaften, den vielfältigen Lebensformen, dem Reichtum an Natur findet sich hier. In einem Land im Westen. Der Kontinent im Kleinformat: Kamerun. <font color=Yellow>Wenn wir Regenwald hören, dann </font> <font color=Yellow>denken wir immer an den Amazonas.</font> <font color=Yellow>Fehler. Das hier ist der</font> <font color=Yellow>zweitgrößte Regenwald der Welt.</font>
02:29
<font color=Yellow>Und wahrscheinlich</font> <font color=Yellow>noch wilder als der andere.</font> <font color=Yellow>Denn jahrhundertelang</font> <font color=Yellow>haben Abenteurer, Entdecker</font> <font color=Yellow>und Kolonialherren um diesen Wald</font> <font color=Yellow>einen großen Bogen gemacht:</font> <font color=Yellow>Zu viele Mücken, zu viele</font> <font color=Yellow>Tropenkrankheiten, zu gefährlich.</font> <font color=Yellow>Genau das hat diesen Wald</font> <font color=Yellow>so ursprünglich erhalten.</font> Erst seit wenigen Jahrzehnten versuchen Forscher, in das unwegsame Gelände vorzudringen. Immer wieder finden sie hier neues und sind sogar lange unbekannten Verwandten begegnet. Im Grenzgebiet zwischen Kamerun und der zentralafrikanischen Republik - mitten im tiefen Dschungel - haben Forscher vor 17 Jahren ein Lager aufgeschlagen. Damals ahnten sie nicht, was sie im Urwald entdecken würden. Über viele Jahre wurde das Camp praktisch zu einem Teil des Dschungels. Tiere haben sich an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt: Eine einmalige Chance für ergreifende Begegnungen. Die Pygmäen in der Region sind gute Fährtenleser und helfen, besondere Waldbewohner aufzuspüren.
03:43
<font color=Yellow>Es gibt mindestens</font> <font color=Yellow>eine Million Gründe,</font> <font color=Yellow>um von so einem Regenwald</font> <font color=Yellow>fasziniert zu sein.</font> <font color=Yellow>Aber bei dem hier</font> <font color=Yellow>gibt es noch einen Extragrund,</font> <font color=Yellow>denn da drin wohnt</font> <font color=Yellow>unsere pelzige Verwandtschaft.</font> <font color=Yellow>Einen davon</font> <font color=Yellow>kenne ich schon länger.</font> <font color=Yellow>Mal sehen,</font> <font color=Yellow>ob die Adresse noch stimmt.</font> * Musik * <font color=Yellow>Der kleine Mann hier droht mir.</font> <font color=Yellow>Das muss man ernst nehmen, weil</font> <font color=Yellow>dahinter der große Mann sitzt. </font> <font color=Yellow>Und der ist so viel stärker als ich,</font> <font color=Yellow>dass man besser Abstand hält.</font> <font color=Yellow>Da sitzt er und frisst.</font> <font color=Yellow>Dabei hätte ich nie gedacht,</font> <font color=Yellow>dass wir uns noch mal</font> <font color=Yellow>wiederbegegnen.</font> <font color=Yellow>Das ist Makumba,</font> <font color=Yellow>der Chef dieser Gorillahorde hier.</font> <font color=Yellow>Und wir kennen uns schon.</font> <font color=Yellow>Das letzte Mal sind wir uns vor </font> <font color=Yellow>zwölf Jahren in dem Wald begegnet.</font> <font color=Yellow>Inzwischen ist Makumba fast 40, aber</font> <font color=Yellow>seine Kraft scheint ungebrochen.</font> <font color=Yellow>Er ist erst vor Kurzem</font> <font color=Yellow>wieder Vater geworden.</font> <font color=Yellow>Vor drei Jahren hat er</font> <font color=Yellow>sogar Zwillinge gezeugt.</font> <font color=Yellow>Bei Gorillas sind Zwillingsgeburten</font> <font color=Yellow>sehr selten.</font> <font color=Yellow>Und es ist noch seltener,</font> <font color=Yellow>dass beide Tiere überleben.</font>
05:12
<font color=Yellow>Aber er als erfolgreicher</font> <font color=Yellow>Hordenführer hat das hinbekommen.</font> <font color=Yellow>Makumba ist schon ungefähr seit fast</font> <font color=Yellow>20 Jahren der König dieses Waldes.</font> <font color=Yellow>Ihm nach dieser langen Zeit</font> <font color=Yellow>wieder zu begegnen, zu sehen,</font> <font color=Yellow>dass es ihm gutgeht,</font> <font color=Yellow>das ist einfach großartig.</font> Außer der Familie von Makumba beobachten die Wissenschaftler zwei weitere Gorilla-Großfamilien dieser Flachland-Gorillas. Ihre Lebensräume liegen nahe beieinander. Immer wieder versuchen konkurrierende Clans, an bessere Futterplätze zu gelangen. Gegenüber Nachbar-Clans muss der Silberrücken sein Stammesgebiet und damit seine Position immer wieder verteidigen. Manchmal tötet er sogar Nachkommen von anderen Artgenossen, um seine Stellung zu behalten. <font color=Yellow>Aber nur rücksichtlos</font> <font color=Yellow>und brutal zu sein reicht nicht.</font> <font color=Yellow>Damit kann man kein so erfolgreicher</font> <font color=Yellow>Hordenführer werden,</font> <font color=Yellow>wie Makumba es seit</font> <font color=Yellow>fast zwei Jahrzehnten ist.</font> <font color=Yellow>Wer erfolgreich sein will,</font> <font color=Yellow>muss auch nett sein.</font> <font color=Yellow>Insbesondere</font> <font color=Yellow>zu den Weibchen.</font> <font color=Yellow>Makumba muss zu ihnen eine</font> <font color=Yellow>ganz enge soziale Bindung aufbauen.</font>
06:48
<font color=Yellow>Denn tut er das nicht,</font> <font color=Yellow>dann laufen die einfach weg.</font> <font color=Yellow>Und schließen sich</font> <font color=Yellow>einer anderen Horde an.</font> <font color=Yellow>Dieses Tier muss es</font> <font color=Yellow>irgendwie hinkriegen,</font> <font color=Yellow>zwei völlig verschiedene</font> <font color=Yellow>Charakter-Eigenschaften </font> <font color=Yellow>in seinem Kopf unterzubringen.</font> <font color=Yellow>Er muss rücksichtsvoll und</font> <font color=Yellow>rücksichtslos sein können.</font> Forscher stießen in den Wäldern von Kamerun auf etwas, das niemand erwartet hatte: Neben den Flachland-Gorillas fanden sie eine neue Gorilla-Unterart. Ein an deren Lebensraum angrenzender Fluss, der Cross River, wird zum Namensgeber: Cross-River-Gorillas. Über ihre Lebensweise ist noch wenig bekannt. Forscher schätzen ihren Bestand auf maximal 250 Tiere. Kaum entdeckt gelten sie daher schon als vom Aussterben bedroht. Die Cross-River-Gorillas leben im Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria. Einst beherrschten die Gorillas ein ausgedehntes Waldgebiet. Doch Klimaveränderungen ließen die Urwaldregion schrumpfen. Nördlich des Flusses wurde dadurch eine Gruppe isoliert.
08:10
Der Ursprung einer neuen Unterart: die Cross-River-Gorillas. Kamerun wurde damit zur Heimat von zwei Gorilla-Unterarten. Wenige Jahre später eine neue Überraschung. Forscher machen noch eine weitere Unterart aus. Der Ebogorilla. Seinen Bestand schätzen die Wissenschaftler auf gerade mal 25 Tiere. Kaum entdeckt könnte der Ebogorilla schon wieder verschwinden. Kamerun ist damit das einzige Land der Welt, in dem drei Unterarten von Gorillas leben. Der Regenwald bietet den Tieren alles, was sie brauchen. In der Region fällt an rund 300 Tagen im Jahr Niederschlag. Der Grund: An der westlichen Grenze Kameruns lässt eine Gebirgskette die Wolken abregnen. Der Gebirgszug: ein geologischer Glücksfall. Kamerun liegt auf einem gewaltigen Mantelplume, einer riesigen Magmakammer. Der Hotspot treibt die Plattentektonik an. Die Folge: Die "Kamerunlinie" mit bis zu 4000 Meter hohen Bergen.
09:54
<font color=Yellow>Hotspots, Mantelplume,</font> <font color=Yellow>Plattentektonik.</font> <font color=Yellow>Diese geologischen Begriffe</font> <font color=Yellow>sind immer ziemlich abstrakt.</font> <font color=Yellow>Und warum sollten wir uns</font> <font color=Yellow>jetzt auch noch</font> <font color=Yellow>für die "Kamerunlinie"</font> <font color=Yellow>interessieren?</font> <font color=Yellow>Zum Beispiel weil sie Orte</font> <font color=Yellow>wie diesen produzieren. </font> <font color=Yellow>Orte von atemberaubender Schönheit.</font> Viele Landschaften, die die turbulente geologische Geschichte entstehen ließ, wirken wie Filmkulissen in Fantasyfilmen. Kein Wunder also, dass sie zum Ursprung von Mythen und Legenden wurden. Manche Geschichte hat einen beängstigend wahren Kern. * Musik * <font color=Yellow>Warum diese Gegend hier Twin Lakes</font> <font color=Yellow>genannt wird, Zwillingssee,</font> <font color=Yellow>das ist ganz offensichtlich.</font> <font color=Yellow>Ein See liegt zu meiner Linken</font> <font color=Yellow>und noch ein See zu meiner Rechten.</font> <font color=Yellow>Das da ist der Legende nach übrigens</font> <font color=Yellow>Frau See und das ist Herr See.</font> <font color=Yellow>Was genau der Unterschied</font> <font color=Yellow>zwischen einem weiblichen</font> <font color=Yellow>und einem männlichen See ist, keine</font> <font color=Yellow>Ahnung, es ist ja nur eine Legende.</font> <font color=Yellow>Aber wenn Sie das</font> <font color=Yellow>schon seltsam finden,</font> <font color=Yellow>dann hören Sie erst mal</font> <font color=Yellow>die Geschichte vom Nyos-See.</font>
11:20
<font color=Yellow>Auf dessen Grund herrschte Gott</font> <font color=Yellow>Mawes über das Reich der Toten.</font> <font color=Yellow>Außerdem bewacht er dort</font> <font color=Yellow>ein Python-Ei,</font> <font color=Yellow>das immer nass bleiben muss,</font> <font color=Yellow>weil es sonst schlecht wird.</font> <font color=Yellow>Ist der Gott mit den Opfern</font> <font color=Yellow>der Menschen unzufrieden,</font> <font color=Yellow>kümmert er sich nicht mehr</font> <font color=Yellow>um das Schlangenei.</font> <font color=Yellow>Und macht es schließlich kaputt.</font> <font color=Yellow>Weil faule Eier bekanntlich</font> <font color=Yellow>fürchterlich stinken,</font> <font color=Yellow>steigt eine übelriechende Wolke</font> <font color=Yellow>aus dem Wasser auf</font> <font color=Yellow>und nimmt den</font> <font color=Yellow>Menschen den Atem.</font> <font color=Yellow>Natürlich haben das alle nur für </font> <font color=Yellow>eine verrückte Geschichte gehalten.</font> <font color=Yellow>Bis zum 21. August 1986.</font> 160 km von den Twin Lakes entfernt liegt der Nyos-See. Und wie diese über der Kamerunlinie. Notrufe alarmieren einen Missionar. Mit einem Helikopter macht er sich auf den Weg in das abgelegene Gebiet. Was er sieht, ist ein Schock. Überall liegen leblose Tiere und Menschen. 1800 Bewohner des Dorfes Nyos sind tot. Was war geschehen? Das Wasser des nahegelegenen Nyos-Sees hatte sich braun gefärbt. Durch einen Vulkanausbruch unter dem See?
12:40
Die wenigen Überlebenden berichten von einer Explosion. Doch schnell wird klar: Einen Vulkanausbruch hatte es nicht gegeben, das Wasser hat sich nicht erwärmt. Aber was war dann der Grund für die Katastrophe? In der Region rund um den See gibt es immer wieder politische Unruhen. Nur selten trauen sich Wissenschaftler in das Krisengebiet. Als Forscher endlich Gelegenheit haben, das Wasser aus verschiedenen Tiefen genau zu analysieren, kommen sie auf eine Spur: In der Tiefe ist das Wasser stark mit CO2 versetzt. Ihre Erklärung: Unter dem See liegt eine Magmablase, aus der immer wieder Kohlendioxid aufsteigt. <font color=Yellow>In einem See mit viel Kohlendioxid</font> <font color=Yellow>ist es zwar nicht genauso</font> <font color=Yellow>wie in meiner Sprudelflasche.</font> <font color=Yellow>Aber man kriegt eine Vorstellung.</font> <font color=Yellow>Das blubbert zwar</font> <font color=Yellow>ein klein bisschen,</font> <font color=Yellow>aber im Prinzip</font> <font color=Yellow>ist dieses System stabil.</font> <font color=Yellow>Das Kohlendioxid bleibt im Wasser.</font> <font color=Yellow>Warum?</font> <font color=Yellow>Weil der Luftdruck von oben</font> <font color=Yellow>einen Deckel drauf macht.</font>
13:48
<font color=Yellow>Dieses System bleibt auch</font> <font color=Yellow>solange stabil,</font> <font color=Yellow>bis irgendein starker mechanischer</font> <font color=Yellow>Impuls Unruhe reinbringt.</font> <font color=Yellow>Dann beginnt das Kohlendioxid</font> <font color=Yellow>explosionsartig auszugasen.</font> <font color=Yellow>Und so ähnlich könnte es damals</font> <font color=Yellow>auch am Nyos-See gewesen sein. </font> <font color=Yellow>Was jetzt noch fehlt</font> <font color=Yellow>in der Indizienkette</font> <font color=Yellow>ist der starke mechanische Impuls.</font> Das Studium alter Fotos bringt die Forscher auf eine Spur. Sie entdecken darauf einen Hangrutsch am Ufer. So könnte sich demnach die Katastrophe abgespielt haben. Der Abend des 21. August 1986: Die meisten Bewohner von Nyos schlafen bereits. Am gegenüberliegenden Ufer des Sees nimmt die Tragödie ihren Anfang. Ein Erdrutsch löst eine Kettenreaktion aus. Am Boden des Sees ist die Konzentration des Gases, das stetig aus der Magmakammer aufsteigt, am höchsten. Das "Monster" erwacht. Ausgelöst durch den Felssturz schießt eine Gaswolke in einer gewaltigen Fontäne nach oben. Dies ist die Explosion,
15:12
die einige Überlebende für einen Vulkanausbruch gehalten hatten. Dann ist es totenstill. Das Kohlendioxid ist schwerer als Luft. Und kriecht nun unaufhaltsam über den See. Schließlich schwappt die Gaswolke über den Rand und erreicht unbemerkt das Dorf Nyos. Das CO2 verdrängt die sauerstoffhaltige Luft. Innerhalb weniger Minuten erstickten die Bewohner. Heute ist ein Umkreis von fünf Kilometern um den See Verbotszone. Niemand darf hier mehr siedeln. Doch in der gebeutelten Region ist Ackerland knapp. So benutzen die Bewohner den See zum Fischen und lassen ihre Tiere am Ufer weiden. Eine Entwarnung gibt es nicht. Jederzeit könnte sich eine solche Katastrophe wiederholen. Und nicht nur hier. Dieselbe Gefahr besteht auch an anderen Seen, die ebenfalls direkt über der riesigen Magmakammer liegen. Im kleinen Kamerun vereinen sich die tragischsten und die schönsten Seiten Afrikas. Ein Road-Trip ist hier allerdings alles andere als einfach:
16:44
Es gibt kaum richtige Straßen. Dafür ist der Weg in völlig andere Welten nicht sehr weit. * Musik * <font color=Yellow>In Kamerun liegen die verschiedenen</font> <font color=Yellow>Landschaften nah beieinander.</font> <font color=Yellow>Man muss nur kurz Gas geben,</font> <font color=Yellow>dann kommt man vom Dschungel</font> <font color=Yellow>an Vulkanbergen vorbei</font> <font color=Yellow>bis in die Savanne. </font> Das Land bietet "ganz Afrika im Kleinen". Der Regenwald bedeckt den Süden des Landes. Nördlich davon erstreckt sich eine ausgedehnte Savanne. In der Regenzeit zeigt sich die Savanne von ihrer schönsten Seite. Die Gräser und Bäume strahlen leuchtend grün. Für die Tiere ist das die beste Zeit des Jahres. Es gibt wohl kein anderes Tier Afrikas, das so seltsam aussieht wie die Giraffe. Mit mehr als fünf Metern Körperhöhe von den Hufen bis zu den Ohren sind die Giraffen die "höchsten" Tiere der Welt. Man könnte meinen, dass man so ein riesiges Tier jederzeit einfach finden kann. Doch trotz ihrer Größe sind sie oft schwer zu entdecken. Deshalb nutzen die Forscher einen Trick, um sie aufzuspüren.
18:19
<font color=Yellow>Hier wollen wir die Drohne starten?</font> <font color=Yellow>- Ja, leg sie hin.</font> <font color=Yellow>Wir sind hier im Benue-Nationalpark.</font> <font color=Yellow>Und das ist Jean-Paul,</font> <font color=Yellow>der Chef-Ranger.</font> <font color=Yellow>Und was sie jetzt gerade machen</font> <font color=Yellow>ist Giraffen orten.</font> <font color=Yellow>Giraffensuchen ist hier</font> <font color=Yellow>aus zwei Gründen schwierig.</font> <font color=Yellow>Zum einen hat es gerade geregnet,</font> <font color=Yellow>alles ist grün,</font> <font color=Yellow>das Dickicht ist, na ja, dicht.</font> <font color=Yellow>Wenn man hier herumläuft, sieht man</font> <font color=Yellow>überhaupt keine wilden Tiere.</font> <font color=Yellow>Das wäre von oben viel einfacher.</font> <font color=Yellow>Deshalb arbeitet Jean-Paul </font> <font color=Yellow>immer öfter mit einer Drohne.</font> <font color=Yellow>Ready for take off. </font> <font color=Yellow>- Yes. Let's get it!</font> <font color=Yellow>Beam it up!</font> <font color=Yellow>- Ab nach oben.</font> Aus der Luft lässt sich sehen, wo sich die einzelnen Populationen besonders gerne aufhalten. Zu nah dürfen die Forscher die Drohnen aber nicht heransteuern. Für Giraffen klingt das Summen der Fluggeräte wie Bienen. Um Giraffen genauer zu studieren, braucht man deshalb eine andere Methode. Dort, wo sich viele Giraffen aufhalten, stellen die Forscher Fotofallen auf. <font color=Yellow>Solche Fotofallen</font> <font color=Yellow>sind für Giraffenforscher</font> <font color=Yellow>besonders praktisch.</font>
19:42
<font color=Yellow>Denn das darauf abgebildete Fell</font> <font color=Yellow>ist bei Giraffen so individuell </font> <font color=Yellow>wie bei uns Menschen</font> <font color=Yellow>ein Fingerabdruck.</font> <font color=Yellow>Die Forscher können damit einzelne</font> <font color=Yellow>Tiere und auch ganze Populationen </font> <font color=Yellow>voneinander unterscheiden.</font> <font color=Yellow>Allerdings ist in der Wissenschaft</font> <font color=Yellow>ein neuer Streit ausgebrochen.</font> <font color=Yellow>Wie viele Giraffenarten</font> <font color=Yellow>gibt es denn?</font> <font color=Yellow>Früher hieß es: nur eine.</font> <font color=Yellow>Aber da ist man sich jetzt</font> <font color=Yellow>nicht mehr so sicher.</font> Die Fellmuster der Giraffen in Kamerun sehen anders aus als die von Giraffen in anderen Teilen Afrikas. Erbgut-Analysen in ganz Afrika brachten ein sensationelles Ergebnis. Die Tiere sind genetisch so unterschiedlich, dass die Experten nun bezweifeln, dass es nur "eine" Giraffenart gibt. Stattdessen sind sie überzeugt, dass es, anders als bisher geglaubt, vier verschiedene Arten gibt. Für die Forscher, die so ziemlich alles über die Tiere und ihre teils sonderlichen Verhaltensweisen zu wissen glaubten, war das eine große Überraschung. * dynamische Musik * Giraffen leben über ganz verschiedene Regionen Afrikas verteilt.
21:15
Sie unterscheiden sich alle in ihrem Fellmuster. In Kamerun und den angrenzenden Ländern lebt eine besonders seltene Art: die Nordgiraffe. Von ihr gibt es nur noch etwa 5000 Tiere. Ihr Bestand ist stark gefährdet. Den Tieren macht besonders ein Nahrungskonkurrent zu schaffen, der hier im Nationalpark nichts zu suchen hat. Obwohl es ausdrücklich verboten ist, zieht es die Viehhirten in die Nationalparks. Hier gibt es für ihr Vieh noch mehr zu fressen. Für die Giraffenschützer ist das ein großes Problem. Und gleichzeitig ein Zwiespalt. Denn Kamerun ist eine Krisenregion. Und auch die Menschen hier haben kein einfaches Leben. Die Ranger im Benue-Nationalpark zeigen durch regelmäßige Patrouillen Präsenz. Sie wollen die Viehhirten davon überzeugen, dass sie ihre Tiere außerhalb des Schutzgebiets weiden. Doch der Nationalpark ist groß, rund 1800 Quadratkilometer. Und nicht nur die Giraffen sind bedroht.
22:52
<font color=Yellow>Was für ein Glück. Da laufe ich</font> <font color=Yellow>gerade mit den Rangern vorbei. </font> <font color=Yellow>Und da schlüpfen tatsächlich gerade</font> <font color=Yellow>die kleinen Krokodile aus dem Ei.</font> <font color=Yellow>Ich habe den Auftrag erhalten, </font> <font color=Yellow>denen beim Schlüpfen zu helfen.</font> <font color=Yellow>Weil es gerade sehr heiß ist</font> <font color=Yellow>und oben die Vögel kreisen, </font> <font color=Yellow>damit nicht allzu viele</font> <font color=Yellow>von den Kleinen gefressen werden.</font> <font color=Yellow>Die Krokodile drohen auch,</font> <font color=Yellow>Opfer der menschlichen</font> <font color=Yellow>Überbevölkerung zu werden.</font> <font color=Yellow>Warum ist das so?</font> <font color=Yellow>Die Ranger haben mir gesagt,</font> <font color=Yellow>dass im Grunde jeder Mensch</font> <font color=Yellow>ein Wilderer ist.</font> <font color=Yellow>Die Leute hier verstehen den Wald</font> <font color=Yellow>als natürliche Nahrungsquelle, </font> <font color=Yellow>aus der sich jeder bedienen darf.</font> <font color=Yellow>Und Krokodilfleisch gilt</font> <font color=Yellow>auch noch als Delikatesse.</font> <font color=Yellow>So, jetzt kommst du aus dem Ei.</font> <font color=Yellow>Komm mal raus, mein Kleiner. </font> <font color=Yellow>Fast geschafft, komm.</font> <font color=Yellow>So, da ist er, der Kleine.</font> <font color=Yellow>Und weil das so ist,</font> <font color=Yellow>hat er hier nur wenig Chancen,</font> <font color=Yellow>irgendwann ein Großer zu werden.</font> <font color=Yellow>Warum gibt es hier so viele Leute? </font> <font color=Yellow>Das liegt vor allem an zwei Dingen:</font> <font color=Yellow>Zum einen an der</font> <font color=Yellow>Bevölkerungsexplosion</font> <font color=Yellow>innerhalb von Kamerun.</font>
23:57
<font color=Yellow>Hey, da geht's zum Wasser,</font> <font color=Yellow>da musst du lang.</font> <font color=Yellow>Und dann noch an den Nachbarländern</font> <font color=Yellow>drum herum.</font> <font color=Yellow>Das sind Länder wie die</font> <font color=Yellow>Zentralafrikanische Republik, Kongo,</font> <font color=Yellow>Tschad, Sudan, solche Länder.</font> <font color=Yellow>Kamerun liegt im Zentrum</font> <font color=Yellow>eines gewaltigen Krisengebietes.</font> <font color=Yellow>Deshalb gibt es viele Flüchtlinge,</font> <font color=Yellow>die hierher kommen.</font> <font color=Yellow>Und diese Überbevölkerung bekommen</font> <font color=Yellow>diese Krokodile zu spüren.</font> <font color=Yellow>Hey, der Kleine will mich</font> <font color=Yellow>schon beißen.</font> <font color=Yellow>Ich habe dir aus dem Ei geholfen,</font> <font color=Yellow>und du willst mich fressen?</font> <font color=Yellow>Du musst da runter zum Wasser.</font> <font color=Yellow>Und guck mal, da drüben</font> <font color=Yellow>wartet deine Mama. Da lang, komm.</font> * Musik * Besonders der Norden Kameruns ist Krisengebiet. In der Region herrschen nicht nur Terror, sondern auch Dürren und Hungersnöte. Das Land grenzt hier an die Sahelzone. Der Norden des Kontinents wird von der Sahara eingenommen. Südlich davon, zwischen Wüste und Savanne, erstreckt sich die Sahelzone. Regen fällt hier nur selten und unregelmäßig. Dennoch gibt es einen großen Wasserspeicher.
25:28
Die Nordspitze Kameruns an der Grenze zum Tschad profitiert von dem Wasser inmitten der Dürre, vom Tschad-See. Mehr als 20 Mio. Menschen hängen von dem See ab. Er ist für sie die wichtigste Lebensgrundlage. Der See ist zwar nicht tief, aber er ist von riesigen fruchtbaren Feuchtflächen umgeben. Zu verdanken ist der See einem Ereignis in der langen Geschichte des afrikanischen Kontinents. Vor rund 100 Millionen Jahren wurden West- und Ostafrika fast auseinandergerissen. An dieser Stelle entstand eine gewaltige Senke: Das Tschad-Becken. Es ist ein ideales Auffangbecken für das wenige Wasser, das die Sahelzone erreicht. In der Regenzeit füllen sich die Zuflüsse aus dem weit entfernten Hochland und leiten das Wasser in die Senke. Doch der See ist längst nicht mehr so groß wie früher. Seit den 1970er-Jahren schrumpft er deutlich: Durch Klimaveränderungen, aber auch durch den Wasserverbrauch der Menschen.
27:01
Der nördliche Teil des Sees ist schon seit Jahrzehnten ausgetrocknet. Heute führt nur noch der Südteil Wasser. Die Quelle für Millionen versiegt langsam, aber sicher. Die nächsten Hungerkatastrophen in der Sahelzone sind schon absehbar. <font color=Yellow>Im ganzen großen Afrika</font> <font color=Yellow>gibt es auch nicht mehr Klimazonen</font> <font color=Yellow>als hier im kleinen Kamerun.</font> <font color=Yellow>Das liegt daran, dass genau hier </font> <font color=Yellow>die großen Klimamotoren arbeiten,</font> <font color=Yellow>die den ganzen Kontinent prägen.</font> Ganz Afrika unterliegt einem Wechselspiel von Trockenheit und Feuchtigkeit. Die gleißende Hitze der Sahara im Norden Afrikas würde es ohne die Feuchtigkeit des Regenwaldes im Zentrum des Kontinents nicht geben. Im Regenwald steigt durch die Sonne erwärmt ständig feuchtwarme Luft auf. Die Feuchtigkeit kondensiert in der Höhe und bleibt als Regen in der Region. Genau das treibt einen großen Kreislauf an, der die Klimazonen in ganz Afrika bestimmt. Weil am Äquator der Regen sofort wieder zu Boden fällt,
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ist die Luft in der Höhe kühl und trocken. Dort, wo sie wieder absinkt, erwärmt sich die Luft und sorgt für extreme Trockenheit. So ist der Regenwald der Motor der Luftzirkulation, verantwortlich für eine riesige Wüste: Die Sahara. Neun Millionen Quadratkilometer groß. Jahrelang fällt hier überhaupt kein Tropfen Regen. Kamerun liegt südlich der Wüste und umfasst die Sahelzone, die Savanne und den Regenwald. Das macht das Land so vielfältig, wie kein anderes in Afrika. Und im Westen hat der Regenwald sogar noch eine andere Besonderheit. Er reicht direkt bis ans Meer. * Musik * Hier finden sich auch Tiere, die man an einem Strand nicht erwartet. Sogar Elefanten. Sie sind kleiner als ihre Verwandten in der Savanne. Es sind Waldelefanten. Ein Drittel aller Elefanten Afrikas sind Waldelefanten. Und trotzdem weiß man nur wenig von ihrer Lebensweise. Sobald sie den Strand verlassen,
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werden sie im Dschungel nahezu unsichtbar. * Musik * <font color=Yellow>Es gibt in ganz Zentralafrika</font> <font color=Yellow>nur einen einzigen Ort,</font> <font color=Yellow>an dem man Waldelefanten </font> <font color=Yellow>wirklich beobachten kann.</font> Und der liegt in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik: Die Lichtung Dzangha Sanga. Die Waldelefanten aus Kamerun kommen bis hierher. * Musik * <font color=Yellow>Übers Jahr gerechnet pilgern mehrere</font> <font color=Yellow>tausend Elefanten regelmäßig</font> <font color=Yellow>auf diese eine Lichtung mitten</font> <font color=Yellow>im zentralafrikanischen Dschungel.</font> <font color=Yellow>Jeden Tag sind es im Schnitt 100.</font> <font color=Yellow>Oft kommen sie</font> <font color=Yellow>aus großer Entfernung,</font> <font color=Yellow>legen hunderte Kilometer zurück,</font> <font color=Yellow>um hierher zu kommen.</font> <font color=Yellow>Früher dachten die Forschenden,</font> <font color=Yellow>das machen die Tiere nur,</font> <font color=Yellow>um zu trinken.</font> <font color=Yellow>Heute weiß man:</font> <font color=Yellow>Da steckt mehr dahinter.</font> Die Elefanten tauchen mit ihrem Rüssel bis zum Grund der Pfützen und bohren sich dann noch tiefer in den Schlamm. Sie machen seltsame Geräusche und pusten Luft aus. Mit dieser Technik spülen die Elefanten Mineralien aus dem Schlamm.
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Dann schlürfen sie das Wasser lautstark auf. Im Boden bei Dzanga Sangha haben Forscher Natrium-, Kalium-, Calcium- und Magnesiumsalze gefunden. Die Elefanten scheinen hier ihren Salzbedarf zu decken. <font color=Yellow>Aber die Frage, die mich</font> <font color=Yellow>viel mehr fasziniert, ist:</font> <font color=Yellow>Woher wissen die Elefanten das?</font> <font color=Yellow>Woher wissen sie,</font> <font color=Yellow>wann sie mal wieder eine</font> <font color=Yellow>Mineralstoff-Spritze brauchen?</font> <font color=Yellow>Woher wissen sie, dass sie</font> <font color=Yellow>den optimalen Mix dafür </font> <font color=Yellow>genau in diesen Schlammlöchern</font> <font color=Yellow>hier finden?</font> <font color=Yellow>Woher wissen sie, dass es diese</font> <font color=Yellow>Lichtung gibt, wo sie sich befindet?</font> <font color=Yellow>Und wie übertragen sie dieses Wissen</font> <font color=Yellow>von Generation zu Generation?</font> <font color=Yellow>Elefanten sind wunderbar.</font> <font color=Yellow>Und wir wissen viel zu wenig.</font> Mit der Zeit haben die Waldelefanten durch ihre Suche nach Mineralien die Lichtung immer weiter vergrößert. Inzwischen lockt die Mineralstoffquelle auch andere Tiere nach Dzangha Sanga. Doch die Herrscher über die Lichtung sind die Elefanten. * dynamische Musik *
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* Ein Elefant stößt einen Laut aus. * Die Lichtung lockt auch Wilderer an. Und die Jagd ist nicht die einzige Bedrohung für die Tiere des Dschungels. Die noch unberührten Lebensräume schrumpfen dramatisch. Menschen dringen immer tiefer in selbst unwegsames Gelände vor auf der Suche nach Tropenholz und Bodenschätzen. Straßen werden gebaut, Dörfer entstehen und die Bewohner versorgen sich mit Nahrung aus dem Busch. <font color=Yellow>Hier auf diesem Markt</font> <font color=Yellow>wird Wildfleisch verkauft.</font> <font color=Yellow>Genau wie bei uns,</font> <font color=Yellow>es sind halt nur andere Tiere.</font> <font color=Yellow>Das Bushmeat ist ein anderes hier.</font> <font color=Yellow>Das kann man gut sehen. Das war mal</font> <font color=Yellow>eine kleine Waldantilope.</font> <font color=Yellow>Hier sieht man genau das Problem:</font> <font color=Yellow>Bushmeat und Tiere werden hier</font> <font color=Yellow>verkauft.</font> <font color=Yellow>Ein Affe.</font> <font color=Yellow>Ist er noch am Leben?</font> <font color=Yellow>Nein, er ist schon tot. Aber hier,</font> <font color=Yellow>dieses Pangolin lebt noch.</font> <font color=Yellow>Ich werde versuchen, von diesen</font> <font color=Yellow>Jungs das Pangolin abzukaufen. </font> <font color=Yellow>Dann versuchen wir es, da hinten</font> <font color=Yellow>im Wald wieder freizulassen.</font>
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<font color=Yellow>Dann habe ich wenigstens ein Tier</font> <font color=Yellow>gerettet auf dieser Tour.</font> <font color=Yellow>Durch die Wilderei sind diese Tiere</font> <font color=Yellow>unglaublich vom Aussterben bedroht.</font> <font color=Yellow>Das ist das am stärksten gewilderte</font> <font color=Yellow>Tier auf der Welt.</font> <font color=Yellow>Dabei geht es</font> <font color=Yellow>um diese Schuppen hier.</font> <font color=Yellow>Er ist natürlich aufgeregt,</font> <font color=Yellow>der Kleine.</font> <font color=Yellow>Er weiß ja nicht,</font> <font color=Yellow>dass ich es freilassen will.</font> <font color=Yellow>Aus diesen Schuppen</font> <font color=Yellow>wird in Asien Medizin gemacht,</font> <font color=Yellow>natürlich wirkungslose Medizin.</font> <font color=Yellow>Denn das ist ja nur Keratin, so wie</font> <font color=Yellow>Fingernägel kauen oder Haare essen.</font> <font color=Yellow>Aber trotzdem glauben</font> <font color=Yellow>irgendwelche Spinner,</font> <font color=Yellow>das würde gegen Krankheiten helfen.</font> <font color=Yellow>So, rein mit dir, du kleiner Süßer.</font> <font color=Yellow>So, der Baum hier könnte gehen.</font> <font color=Yellow>Das ist ein paar Kilometer weg.</font> <font color=Yellow>Das ist das ganz typische Verhalten</font> <font color=Yellow>der Pangoline.</font> <font color=Yellow>Bei Gefahr rollen sie sich</font> <font color=Yellow>zu einer Kugel auf.</font> <font color=Yellow>Der Schutz dieser harten Schuppen</font> <font color=Yellow>reicht in der Natur</font> <font color=Yellow>zum Überleben auch aus.</font> <font color=Yellow>Aber vor Menschen</font> <font color=Yellow>schützt das natürlich nicht.</font> <font color=Yellow>Die sammeln die Tiere, die nicht</font> <font color=Yellow>weglaufen, dann einfach ein.</font>
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<font color=Yellow>Ich lege das mal ganz vorsichtig</font> <font color=Yellow>hier unter den Baum.</font> <font color=Yellow>Sobald es sich entspannt hat,</font> <font color=Yellow>das Tier begriffen hat,</font> <font color=Yellow>dass keine Gefahr mehr droht,</font> <font color=Yellow>wird es sich dann aufwickeln </font> <font color=Yellow>und hier hochkrabbeln.</font> <font color=Yellow>Ich habe jetzt ungefähr 23 Euro</font> <font color=Yellow>für diesen Pangolin bezahlt. </font> <font color=Yellow>Habe ich damit die Wilderei </font> <font color=Yellow>befördert? Ich befürchte ja.</font> <font color=Yellow>Aber was hätte ich machen sollen?</font> <font color=Yellow>Das war mir in diesem Moment</font> <font color=Yellow>einfach egal.</font> <font color=Yellow>Ich habe wenigstens</font> <font color=Yellow>ein Tier gerettet. </font> <font color=Yellow>Manchmal muss man einfach</font> <font color=Yellow>seinem Gefühl folgen.</font> Pangoline haben Afrika schon lange vor den Menschen besiedelt. Sie sind die einzigen Säugetiere mit Schuppen. Und haben selbst die Zeit der Dinosaurier überdauert. Und jetzt schafft es der Mensch in kürzester Zeit, das Pangolin an den Rand des Aussterbens zu bringen. Viele Tiere in Afrika sind heute durch Wilderei bedroht. Sogar Menschenaffen. Dabei ist es verboten, sie zu töten. Und doch fallen sie immer wieder Wilderern zum Opfer. Manchmal, weil sie sich in Fallen verheddern.
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Manchmal, weil sie zufällig Wilderern begegnen. <font color=Yellow>Das da oben, das Schimpansenbaby,</font> <font color=Yellow>ist Cerise,</font> <font color=Yellow>gerade mal drei Jahre alt.</font> <font color=Yellow>Ihr Schicksal ist typisch für</font> <font color=Yellow>unseren Umgang mit Menschenaffen.</font> <font color=Yellow>Es gibt Leute,</font> <font color=Yellow>die töten Orang-Utans,</font> <font color=Yellow>Gorillas oder Schimpansen.</font> <font color=Yellow>Wilderer haben ihre Mutter getötet.</font> <font color=Yellow>Deshalb lebt sie jetzt hier</font> <font color=Yellow>im Schimpansen-Waisenhaus. </font> <font color=Yellow>Einige Menschen töten Affen.</font> <font color=Yellow>Es gibt Leute, die töten jemanden</font> <font color=Yellow>wie dich, das ist aber böse.</font> <font color=Yellow>Und andere wie Fabrice kümmern sich</font> <font color=Yellow>dann hingebungsvoll um diese Tiere.</font> <font color=Yellow>Das zeigt,</font> <font color=Yellow>wie schizophren unser Umgang</font> <font color=Yellow>mit unseren haarigen Vettern ist.</font> <font color=Yellow>Mit Orang-Utans, Gorillas</font> <font color=Yellow>und Schimpansen.</font> <font color=Yellow>Ich gebe ja zu, wir Menschen</font> <font color=Yellow>brauchen Schimpansen</font> <font color=Yellow>oder auch dich nicht, </font> <font color=Yellow>um als Art zu überleben.</font> <font color=Yellow>Das stimmt, aber die Welt ohne diese</font> <font color=Yellow>Tiere wäre doch weniger schön.</font> Früher erstreckte sich die Heimat der Affen quer über den Kontinent. Doch dann verschwand Afrikas Dschungel fast komplett. Vor allem dem Gebiet des heutigen Kamerun ist es zu verdanken,
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dass es den Regenwald mit seinen Bewohnern heute überhaupt noch gibt. Der größte Umbruch geschah während der letzten Eiszeit. Es regnete nur noch wenig, denn Wasser war als Eis an den Polen gebunden. Der Regenwald wurde massiv zurückgedrängt. Es entstanden offene Baum- und Grassavannen. Das größte Regenwald-Refugium lag wohl im heutigen Kamerun. Dorthin hatten sich einst auch die Vorfahren der Waldelefanten zurückgezogen. Elefanten brauchen 100 kg pro Tag an Pflanzennahrung. Dafür fressen sie bis zu 19 Stunden. Viele Samen können sie nicht verdauen. So sorgen sie für die Verteilung von Pflanzensamen auf ihren Wanderwegen als "Gärtner des Dschungels". Als der Regenwald wiederkam und sich tropische Bedingungen erneut ausbreiteten, sorgten die Elefanten so für die Wideraufforstung des Dschungels. Heute erstreckt sich Afrikas Regenwald wieder über drei Millionen Quadratkilometer. Eine Fläche acht Mal so groß wie Deutschland.
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Der Dschungel konnte damit zum Klimamotor werden, der die vielfältigen Landschaften entstehen ließ. Und damit die unterschiedlichen Lebensräume. Und all das kann man in Kamerun erleben: Ganz Afrika in einem Land. <font color=Yellow>Also jetzt erzähle ich Ihnen</font> <font color=Yellow>schon die ganze Zeit,</font> <font color=Yellow>dass sich die Vielfalt</font> <font color=Yellow>vom großen Afrika</font> <font color=Yellow>hier im kleinen Kamerun</font> <font color=Yellow>wiederfindet.</font> <font color=Yellow>Aber genaugenommen</font> <font color=Yellow>ist Kamerun gar nicht so klein.</font> <font color=Yellow>Unsere Erde ist</font> <font color=Yellow>bekanntlich eine Kugel.</font> <font color=Yellow>Und deshalb bildet </font> <font color=Yellow>ein Globus die Länder</font> <font color=Yellow>und Meere auch maßstabgetreu ab.</font> <font color=Yellow>Will man jetzt aber die Oberfläche</font> <font color=Yellow>von so einem Globus</font> <font color=Yellow>auf einer Landkarte abbilden,</font> <font color=Yellow>dann muss man tricksen.</font> <font color=Yellow>Damit da oben</font> <font color=Yellow>keine Lücken bleiben.</font> <font color=Yellow>Die Bereiche Richtung Pole werden</font> <font color=Yellow>im Vergleich zu denen am Äquator </font> <font color=Yellow>auseinandergezogen,</font> <font color=Yellow>also einfach viel größer gemacht.</font> <font color=Yellow>Afrika ist in Wirklichkeit </font> <font color=Yellow>19 Mal größer als Grönland.</font> <font color=Yellow>Aber die Karte liefert</font> <font color=Yellow>ein ganz anderes Bild.</font> <font color=Yellow>Und auch die Darstellung</font> <font color=Yellow>von Kamerun ist falsch: </font>
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<font color=Yellow>Kamerun ist größer als Schweden.</font> <font color=Yellow>Doch auf der Karte wirkt es,</font> <font color=Yellow>als wäre Kamerun</font> <font color=Yellow>um ein Vielfaches kleiner.</font> <font color=Yellow>Kamerun ist also ein Scheinzwerg,</font> <font color=Yellow>der größer wird,</font> <font color=Yellow>wenn man näherkommt.</font> <font color=Yellow>Denn in Wahrheit erstreckt sich</font> <font color=Yellow>dieses "kleine" Land</font> <font color=Yellow>über ungefähr 15 Breitengrade.</font> <font color=Yellow>Das ist eine Strecke etwa</font> <font color=Yellow>von Italien bis hoch nach Finnland.</font> <font color=Yellow>Der Schein trügt also.</font> <font color=Yellow>Trauen Sie Ihren Augen nicht.</font> <font color=Yellow>Trauen Sie nur Ihrem Verstand.</font> <font color=Yellow>Tschüs aus Kamerun,</font> <font color=Yellow>und bleiben Sie fasziniert.</font> Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019

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