6 große Wirtschaftskrisen der Geschichte | Terra X

6 große Wirtschaftskrisen der Geschichte | Terra X

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Language: German

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Nicht nur in Zeiten von Corona: Schon mehrmals durchlebte Deutschland große Wirtschaftscrashs. Ob durch Klimaeinbrüche oder Rohstoff-, Handels- und Finanzkrisen. Wie waren die Folgen und wie ging der Staat damit um? Was lehrt uns die Geschichte? Wir Deutschen und die großen Crashs: Sechs Beispiele. Berlin, April 1847, viele Menschen haben nichts zu essen, wollen nehmen, nicht zahlen. Brot und Kartoffeln sind um ein Vielfaches teurer geworden und kaum mehr erschwinglich. Hunger-Aufstände fordern die Herrscher heraus. Drei Tage dauert die sogenannte „Kartoffelrevolution“ in Berlin. Starkregen hatte die Hälfte der Ernte im Frühjahr 1847 zerstört. Die Kartoffeln sind noch im Boden verfault. Eine Katastrophe in einer Zeit, in der die Bevölkerung rasant wächst und zu zwei Dritteln von der Landwirtschaft lebt. Auch der Getreideernte setzt das Wetter zu: Auf Starkregen folgt extreme Trockenheit.
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Vor 1850 lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung hart an der Hungergrenze. Das heißt jedes Mal bei einem Ernteausfall besteht die Gefahr einer Hungerkrise In einigen Regionen kommt es zu Aufständen und Plünderungen. Eine gemeinsame Lösung erscheint kaum möglich. Deutschland ist noch nicht geeint. Der so genannte Deutsche Bund besteht aus 35 Fürstentümern und vier Freien Städten. Es gibt zu viele Einzelinteressen. Um die Not zu beenden fehlen oft die Mittel oder der Wille der Regierenden. Das ändert sich zunächst auch nicht mit Beginn der Industrialisierung. Von Dampfkraft betriebene Webmaschinen zerstören vielerorts die Grundlagen des traditionelles Handwerks. Zu spüren bekommen das vor allem die Weber. Auch Kinder müssen arbeiten, damit die Familien nicht hungern müssen. Der Druck auf den Staat wächst. Und dass eine wachsende Bevölkerung, eine wachsende Unterschicht, ein wachsendes Proletariat sich nicht auf Dauer damit zufrieden gibt, dass der Staat sagt, wir haben kein Geld, da kann man wenig machen. Wir können nur darauf hoffen, dass die Dinge von sich aus besser werden. Das ist klar, das funktioniert nicht. Aufgrund der Not wandern Hunderttausende Deutsche nach Amerika aus.
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Doch die meisten bleiben. Ihr Protest gegen Fürsten und Könige wächst. Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie wird immer lauter. Die Herrscher geraten in Zugzwang. Man wollte schon die landwirtschaftliche Produktivität erhöhen, man wollte die gewerbliche Arbeit erhöhen. Das war aber weniger sozialpolitisch gedacht, sondern es war gedacht: Wenn die Wirtschaft brummt, dann sind die sozialen Probleme geringer. Tatsächlich erlebt die Wirtschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen regelrechten Boom. Die Zeit der Hungerkrisen geht vorüber, doch nicht die Gefahr der Armut. Erst nach und nach widmet sich der Staat auch der sozialen Frage. Die nächste Krise ist für die Deutschen bis heute ein Trauma. Zwar greift die Regierung ein, doch die Not dauert an. Berlin im Herbst 1923. 4 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs. Die Deutschen sind jetzt Milliardäre, unfreiwillig. Es ist die Zeit der Hyperinflation. Die Preise galoppieren davon. Täglich werden neue Banknoten ausgegeben mit ungeheuren Summen.
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Eine Künstlerin aus Berlin schreibt. „Das Leben ist auch für uns wieder ein Kampf um die Erhaltung der Existenz geworden. Ein Brot 140 Milliarden!“ Riesige Geldmengen sind im Umlauf. Jeder versucht, das Geld auszugeben, bevor es weiter an Wert verliert. Wenn Sie sich vorstellen, dass die Preise sich innerhalb von Minuten, von Stunden deutlich erhöhen, zum Teil vervielfachen, wenn Sie wissen, ich bekomme meinen Lohn ausgezahlt morgens oder mittags und ich muss dann möglichst schnell meinen Arbeitsplatz verlassen, um noch ein Ei zu bekommen, ein Stück Brot zu bekommen, dann merken Sie, wie Ihr Alltagsleben zerrinnt, wie es im Grunde genommen in einer Art Bürgerkriegssituation sich auflöst. Die Katastrophe beginnt mit dem Ersten Weltkrieg. Für die Rüstung machte das Kaiserreich enorme Schulden. Doch nicht nur deshalb ist die Not groß, als 1918 die erste deutsche Republik gegründet wird. Die große Frage war, wie kriegen wir die Millionen von Soldaten, die zurückkommen, wieder in das Wirtschaftsleben hinein? Wie können wir die öffentliche Ordnung aufrechterhalten? Wie können wir dafür sorgen, dass die gewaltigen Kriegslasten, die da sind, die Kriegsrenten, die Hinterbliebenenversorgung, aber auch die Reparationslasten, die Alliierten haben ja sehr schnell klargemacht, dass Deutschland den Krieg zahlen soll, wie können wir das alles aufbringen?
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Man hat sich dann überlegt, na gut, dann halten wir an der Politik fest. Wir machen das mit der Geldpresse. Kriegsentschädigungen an die Nachbarn und ausufernde staatliche Ausgaben ruinieren das Finanzsystem. Auf dem Höhepunkt der Krise 1923 wird Gustav Stresemann Reichskanzler. Er setzt auf eine neue Währung, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Seine Regierung führt die so genannte Rentenmark ein. Für 1 Billion Papiermark gibt es eine neue Mark. Damit die Währung künftig stabil bleibt, wird die Geldmenge knapp gehalten. Die Inflation kommt zum Stillstand. Doch die Folgen der letzten Monate sind verheerend. Millionen Deutsche haben ihre Ersparnisse verloren und das Vertrauen. Die Hyperinflation hat den Menschen, die Geld und Sparvermögen hatten, die bittere Erfahrung erbracht, dass ihr Geld, dass ihr Erspartes nichts mehr wert war. Das hat ein kollektives nationales Trauma erzeugt. Und so brennen sich die Bilder von den wertlos gewordenen Geldscheinen ins Gedächtnis ein. Zwar hat der Staat eingegriffen mit einer neuen Währung. Doch die Entspannung währt nicht lange.
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Ende der 1920er bringt ein Börsencrash die Welt aus den Fugen. Es trifft vor allem Deutschland. Diesmal beginnt die Krise am Finanzplatz New York. In den so genannten Goldenen 20er Jahren boomt in den USA die Wirtschaft. Viele wollen daran teilhaben, kaufen Aktien, in der Hoffnung, dass sie ständig steigen. Das läuft lukrativ bis im Oktober 1929 an der New Yorker Börse die Spekulationsblase platzt. Auch viele Bürger haben Aktien auf Pump gekauft, können die Schulden nicht zurückzahlen, Unternehmen verlieren ihren Wert, Banken machen Verluste und vergeben keine Kredite mehr an Unternehmen. Die Weltwirtschaft ist damals schon stark vernetzt, sodass der Abschwung schnell auf andere Länder übergreift. US-Geldhäuser fordern geliehene Summen auch von deutschen Banken. Nun drohen ihnen Schließung und Pleite, sie vergeben ihrerseits keine Kredite mehr, das trifft die gesamte Wirtschaft. Die Kettenreaktion eskaliert. Bis zum Tiefpunkt müssen allein in Deutschland über fünfzigtausend Betriebe ihre Pforten schließen - mangels Nachfrage und Kapital. Die Zahl der Arbeitslosen erreicht bald sechs Millionen.
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Aus sich selbst heraus bricht die Wirtschaft in den USA, in Europa, vor allen Dingen hier in Deutschland um 30, 40 Prozent innerhalb von wenigen Jahren zusammen. In Berlin zerbricht die Regierungskoalition, nun regiert Kanzler Heinrich Brüning mit Hilfe von Notverordnungen und dem Segen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Brüning setzt auf Sparmaßnahmen, alles andere sei nicht finanzierbar. Ist es nicht an der Zeit, Hilfspakete zu schnüren, um der Krise Herr zu werden? Die Regierung hält sich zurück. Und die Krise verschärft sich weiter. Der Staat wirkt hilflos, tatenlos. Viele der Erwerbslosen geraten in Existenznot. Die Unterstützung für die Arbeitslosen reicht kaum zum Überleben. Es herrschen Hunger, Elend und Verzweiflung. Wir haben aus verschiedensten Krisen gelernt, dass es enorm wichtig ist, dass die Staaten in einer Krisenzeit einen Maßnahmenkatalog auf den Tisch legen, und vor allem echt viel Geld in die Hand nehmen. Doch dazu sieht sich die Regierung damals außerstande. Bald sind zwei von drei Erwerbsfähigen ohne Beschäftigung.
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Nur wenige Jahre nach der großen Inflation stürzen weite Teile der Bevölkerung erneut in die Armut, verlieren die Hoffnung. Die Zeitgenossen sind schlicht und einfach verrückt geworden an ihrer Zeit, aber auch an ihrem Land. Und das hat die Menschen so in Verzweiflung gestürzt, dass sie offen waren für denjenigen, der ihnen die klare, einfache Lösung und den Wiederaufstieg versprochen hat. Radikale Parteien erstarken, links und rechts. Allen voran Hitlers Nationalsozialisten sind die Gewinner der Krise und versprechen die Lösung aller Probleme. Die Weltwirtschaftskrise war nicht der alleinige Grund für den Aufstieg Hitlers. Aber wir können sicher sagen: Ohne die Weltwirtschaftskrise hätte es keine nationalsozialistische Machtübernahme am 30. Januar 1933 in der Form, wie wir sie kennen, gegeben. Die nächste Krise zeigt, wie der Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik mit einem Ölschock endet. Es ist der erste von vier autofreien Sonntagen, 1973 im Advent. Deutschland muss Benzin sparen, Autofahren ist verboten.
09:52
Stattdessen Familienausflug auf der Autobahn. Ein Tages-Lockdown. Weite Teile Europas erlebten heute einen der ruhigsten Sonntage seit Kriegsende: Ebenso wie in der Bundesrepublik galt auch in Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und der Schweiz wegen der Ölkrise generelles Fahrverbot. Was war passiert? Anfang Oktober 1973 greifen ägyptische und syrische Truppen Israel an. Sie wollen Gebiete zurückobern, die sie im Sechs-Tage-Krieg 1967 an Israel verloren haben. Bald schon werden die arabischen Truppen zurückgedrängt. Mithilfe amerikanischer Waffenlieferungen. Denn Israel ist mit den USA verbündet. Um auf den Westen Druck auszuüben, setzen die Araber nun auf eine neue Waffe: Erdöl. Sie drosseln die Förderung. Damit wollen sie die USA und Europa zwingen, sich von Israel abzuwenden. Zunächst fließen 5, dann 25 Prozent weniger aus den Pipelines. Das Embargo trifft die Staaten unvorbereitet. Die Folgen sind verheerend. Der Ölpreis schießt nach oben. Die Konjunktur stürzt ab.
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Teures Öl bedeutet weniger Wachstum, teures Öl dauerhaft kann eine Krise auslösen. Für die westlichen Industrieländer ein Schock. Deutschland ist besonders betroffen. Die Bundesrepublik bezieht über 70 Prozent ihres Rohöls aus arabischen Ländern. Das so genannte deutsche Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg hat dem arabischen Öl viel zu verdanken. Nun stürzt der Preisschub die Deutschen in die schwerste Rezession seit den 30er Jahren. Die Ölkrise ist eigentlich das Sahnehäubchen auf einer Gesamtentwicklung. Schon 1966 hatte sich mit einer ersten zyklischen Krise angedeutet, dass dieser langanhaltende kontinuierliche Nachkriegsboom, der seit den frühen 50er Jahren herrschte, dass der zu Ende gehen würde. Stets zunehmender Wohlstand und Vollbeschäftigung sind passé. Die Arbeitslosenquote steigt rasant, es kommt zu Entlassungen. Bundesfinanzminister Helmut Schmidt appelliert: Die Bundesrepublik Deutschland braucht eine große gemeinsame Kraftanstrengung, ich wiederhole, Schweiß und Sparsamkeit und Solidarität.
12:24
Die Bonner Regierung legt in den folgenden Jahren mehrere milliardenschwere Programme zur Steigerung der Konjunktur und Beschäftigung auf. Doch Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung bleiben ein Dauerthema. Die Krise löst noch mehr aus. Neue Energiequellen werden erschlossen. Wind-, Solar-, und vor allem Atomstrom. Doch gegen Kernkraftwerke richtet sich schon bald Protest. Das Ziel heißt: Ressourcen sparen, Von den „Grenzen des Wachstums“ ist die Rede. So führt der Ölschock auch zu einem Umdenken. Die nächste Krise zeigt, wie maßlose Spekulation Banken und Staaten in eine Finanzkrise stürzt. New York. Internationale Börsenmetropole. Im September 2008 geht ein Beben durch die Wallstreet. Die weltbekannte Investmentbank Lehman-Brothers ist pleite. Es ist nicht das einzige große Geldhaus, das mit Immobilien-Spekulationen Milliarden-Verluste macht. Bilder, die um die Welt gehen. Die Banker haben da ordentlich über die Stränge geschlagen. Diese Bilder sind aber auch ein Symbol für behördliches Versagen. Die Banken hatten damals viel zu viel Macht und viel zu wenig Kontrolle.
13:41
Weltweit lässt die Lehman-Pleite die Aktienkurse stürzen. Die Börsen stehen unter Schock, die Kurse in Deutschland, Frankreich, England und Russland sind auf Talfahrt und Experten sprechen von einem schwarzen Montag für US-Banken. Der internationale Handel wird um ein Zehntel einbrechen, die gesamte Wirtschaftsleistung der Industrieländer sinkt. Rezessionen folgen. Wo liegen die Anfänge? Als die Zwillingstürme, angegriffen werden und die amerikanische Regierung auf jeden Fall möchte, dass das Land aus dieser depressiven Phase herauskommt und man stark die Notenbank benutzt und stark alle Mittel benutzt, die Wirtschaft anzufeuern und anzutreiben. Sinkende Zinsen beflügeln den US- Immobilienmarkt. Banken vergeben Kredite auch an Kunden mit geringen Einkünften. Der Traum vom eigenen Haus wird für viele US-Bürger Wirklichkeit, doch oft nur auf Zeit. Die Banken und auch die Menschen, die damals die Kredite aufgenommen haben, haben sich darauf verlassen. Naja, die Immobilienpreise die steigen ja immer mehr, und als Sicherheit habe ich ja dieses Haus. 2006 sinken die Immobilien-Preise, die Zinsen steigen. Viele können ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Kreditausfälle drohen.
14:54
Doch längst haben viele Banken die Risiken weiter gereicht. Kreditansprüche wurden mit anderen Kapital-Anlagen in undurchsichtige Wertpapiere verpackt und mit hohen Gewinnversprechen an Investoren und Abnehmer in der ganzen Welt verkauft. An Banken, Privatkunden, Fonds, Versicherungen. In Deutschland haben viele, auch Landesbanken und andere gesagt Ist doch toll, da haben eine schöne Rendite dabei. Das Spiel hat funktioniert, solange die Hauspreise, solange die Immobilienpreise angestiegen sind. 2007 bringen Kreditausfälle in den USA auch europäische Banken in Bedrängnis. Niemand weiß, wie tief auch deutsche Banken im amerikanischen Hypothekensumpf stecken. Daran beteiligt waren nämlich viele. Jahrelang haben sie an hochriskanten Immobiliengeschäften glänzend verdient und jetzt werden sie eben zum Risiko. Wie bedrohlich sind die Verluste für die Banken? Die verunsicherten Geldhäuser wollen sich gegenseitig keine Darlehen mehr gewähren und auch nicht den Unternehmen. Das trifft die gesamte Wirtschaft, die ständig Kredite benötigt. Nach dem Lehman-Schock geht es auch in Deutschland um Schadensbegrenzung. Ob Landes- oder Privatbanken, sie brauchen Hilfe. Auch die Hypo Real Estate. Ein Run der Sparer auf ihre Guthaben wird befürchtet.
16:11
Die Kanzlerin will beruhigen. Die Bundesregierung sagt am heutigen Tag, dass wir nicht zulassen werden, dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des ganzen Systems wird. Deshalb wird auch mit Hochdruck daran gearbeitet, die Hypo-Real-Estate zu sichern Und wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Diese Beruhigungspille für die Sparer, dass ihre Einlagen sicher sind, die war elementar. Der Staat lässt die Banken trotz ihrer Fehlspekulationen nicht fallen, sondern spannt im Oktober 2009 einen Rettungsschirm von fast 500 Milliarden Euro. Da nach der Finanz- auch die Wirtschaftskrise droht, beschließt die Bundesregierung nun Konjunkturpakete und weitere Hilfsmaßnahmen: Kredite und Bürgschaften. Man hat aus der Finanzkrise gelernt, dass schnelles Eingreifen von Staaten und von Notenbanken sehr wirksam ist und dass es auch sehr notwendig ist, um Vertrauen und Zuversicht wieder zurückzugewinnen:
17:23
Die Krise heute im Zeichen von Corona fordert Staat und Gesellschaft heraus wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Lockdown, Stillstand. Die Pandemie 2020 lähmt auch das deutsche Wirtschaftsleben. Zwischenzeitlich sind 7 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit, Pleiten drohen, der Export bricht um 30 Prozent ein. Was ist bei dieser Krise anders? 2008 war eine menschengemachte systemische Krise. Die Corona Krise ist doch eher mit einer Naturkatastrophe zu vergleichen und keiner trägt an dieser Krise die Schuld. Der Konjunktureinbruch durch Corona übertrifft den Abschwung durch den Finanzcrash. Bund, Länder und die Europäische Union schnüren im Kampf gegen die Folgen der Pandemie Rettungspakete in bislang unerreichter Höhe. Der deutsche Bundestag hat 350 Milliarden Euro für Hilfsmaßnahmen und mehr als 800 Milliarden Euro als Garantien bewilligt. Die EU will die Konjunktur mit einer Dreiviertelbillion Euro wieder ankurbeln, mit direkten Zuschüssen und Krediten.
18:39
Mehr als eine Billion Euro ist für den EU-Haushalt bis 2027 eingeplant, auch wegen Corona. Gilt nur noch das Prinzip: koste es was es wolle? Es gibt auch Zweifel, wer all das bezahlen soll. Werden nicht zu viele Lasten den Kindern und Enkeln aufgebürdet? Was wäre die Alternative? Ohne eine weiterhin florierende Wirtschaft werden die Staaten kaum in der Lage sein, ihre Schuldenberge abzubauen. Eine Bilanz: Wenn wir auf die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts schauen, dann erleben wir eine ganz klare Entwicklung. Im 19. Jahrhundert sind die Zeitgenossen der Meinung gewesen, der Staat ist nicht wirklich für die Bekämpfung von sozialen und von Wirtschaftskrisen zuständig. Im 21. Jahrhundert hat sich das vollständig geändert. Von Krise zu Krise ist das Bewusstsein immer größer geworden, dass der Staat der entscheidende Akteur zur Bekämpfung von Krisen ist. Daran hat heute kaum noch jemand einen Zweifel. Und zugleich wird dieses Spiel mit einem Einsatz gespielt, von dem niemand weiß, ob es gutgeht.
19:53
Die Deutschen und die großen Wirtschaftscrashs, noch ist unklar, wie die Maßnahmen greifen werden und ob die Grenzen des Machbaren schon überschritten sind. Wenn euch das Video gefallen hat, dann abonniert unseren Kanal, damit ihr auch in Zukunft keines unserer Geschichtsvideos mehr verpasst.

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