The Search For D. B. Cooper

The Search For D. B. Cooper

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Language: German

Type: Human

Number of phrases: 429

Number of words: 4295

Number of symbols: 24705

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"Ein gewagter Fallschirmabsprung aus einer fliegenden Boeing 727 irgendwo zwischen Reno..." "Das Flugzeug wurde sofort durchsucht..." "Wir wissen nicht, wer er war, wo er herkam, oder wohin er verschwand." "Ich nehme an, dass wir weitersuchen werden, bis wir ihn finden oder herausfinden, was passiert ist." Die Suche nach D. B. Cooper Kapitel 1: Die Entführung Am Nachmittag des 24. November 1971 ging ein Mann mittleren Alters mit einem Aktenkoffer in den Portland International Airport und kaufte sich ein One-Way-Ticket nach Seattle, Washington. Der Mann wies sich als Dan Cooper aus und zusammen mit 36 weiteren Passagieren und 6 Crewmitgliedern ging er an Bord des Northwest Airlines Flugs 305. Als er an Bord war, machte es sich Cooper im mittleren Sitz der letzten Reihe auf der rechten Seite der Kabine gemütlich. Er bestellte ein Getränk und rauchte eine Zigarette -- denn es waren die Siebziger. Als das Flugzeug zum Start bereit war, drehte sich Cooper um und gab der Flugbegleiterin Florence Schaffner einen Briefumschlag.
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Im Umschlag befand sich ein Zettel mit einer handgeschriebenen Nachricht, die angab, dass er eine Bombe habe. Schaffner setzte sich widerwillig neben ihn und erhaschte einen flüchtigen Blick auf das, was sie als acht Stangen Dynamit in seinem Koffer ausmachte. Coopers Forderungen waren ziemlich simpel. Er verlangte 200.000 Dollar in bar und vier Fallschirme. Zudem forderte er einen in Seattle bereitstehenden Tanklastwagen, um das Flugzeug aufzutanken, sobald sie dort landeten. Er drohte damit, "den Job zu erledigen", sollten seine Forderungen nicht erfüllt werden. Sobald der Flug in der Luft war, informierte Schaffner die Crew im Cockpit, während eine weitere Flugbegleiterin namens Tina Mucklow an Coopers Seite blieb. Mittels eines Telefons, welches an der Hinterseite der Kabine angebracht war, fungierte Mucklow als Vermittlerin zwischen Cooper und dem Rest der Crew für die restliche Zeit der Entführung. Für die nächsten eineinhalb Stunden flog Flug 305 Warteschleifen in der Nähe von Seattle, während lokale und staatliche Behörden sich ins Zeug legten, das Lösegeld, sowie die vier Fallschirme zu beschaffen. Zehntausend 20 Dollar Noten wurden bei einer lokalen Bank abgeholt, während der Besitzer einer Fallschirmschule die Schirme bereitstellte.
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Um 17:45, über zwei Stunden nach der geplanten Ankunftszeit, landete Flug 305 endlich in Seattle. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne schon längst untergegangen und das Flugzeug wurde zu einem abgelegenen Abschnitt des Rollfeldes geleitet. Als das Flugzeug still stand, wurden das Lösegeld und die Fallschirme an Mucklow überreicht, welche beide Dinge zurück an Bord brachte. Im Gegenzug gestattete Cooper zwei Flugbegleitern sowie allen Passagieren von Bord zu gehen. Viele der Passagiere hatten noch gar nicht realisiert, dass das Flugzeug entführt worden war. Nachdem das Lösegeld bezahlt wurde und nur noch vier Crew-Mitglieder an Bord verblieben waren, sagte Cooper zu Mucklow, dass er nach Mexico City fliegen wolle und sie den Captain informieren soll. Außerdem sollen sie mit ausgefahrenem Fahrwerk, Landeklappen auf 15 Grad und unter 10.000 Fuß fliegen. Die Lichter sollten ausgeschaltet und die Treppe am hinteren Ende des Flugzeugs, die sich von der Unterseite des Rumpfes aus öffnet, sollte ausgefahren bleiben. Zwei von Coopers Forderungen konnten nicht erfüllt werden. Erstens, die Flugkonfiguration, welche er forderte, ließ keinen Non-Stop Flug bis nach Mexico City zu. Daher schlug Cooper einen Tankstopp in Phoenix, Yuma oder Sacramento vor,
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bevor man sich dann auf Reno, Nevada einigte. Zweitens war es nicht möglich, mit der ausgefahrenen Hecktreppe zu starten. Cooper stimmte zu, die Treppe einzufahren, mit der Bedingung, dass Mucklow an seiner Seite verbleibt, um ihm zu zeigen, wie man die Treppe ausfährt, sobald sie in der Luft waren. Nach zwei Stunden Parkdauer aufgrund von Problemen beim Betanken, war Flug 305 gegen 19:36 zurück in der Luft. Weniger als 5 Minuten nach dem Start wies Cooper Mucklow an, ins Cockpit zu gehen, denn er wolle von nun an nicht mehr gestört werden. Das letzte Mal, als sie Cooper sah, stand er in der Mitte des Ganges, als würde er sich auf den Sprung vorbereiten. Mucklow ging zum Rest der Crew und verschloss die Cockpittür hinter sich und drei Stunden später landete Flug 305 sicher in Reno. Als die Maschine zum Stehen kam, begab sich die Crew vorsichtig zum hinteren Kabinenteil, doch von Cooper oder einer Bombe fehlte jede Spur. Die hintere Treppe war während des Flugs ausgefahren worden und wurde durch die Landung leicht beschädigt. Es schien, als gäbe es nur eine Erklärung für die Abwesenheit des Entführers:
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Irgendwo zwischen Seattle und Reno hatte Cooper den Fallschirm angelegt, war die Treppe hinuntergegangen und in die finstere Nacht gesprungen. Kapitel 2: Die Fahndung beginnt Als klar wurde, dass Cooper sich nicht mehr an Bord befand, versammelten sich dutzende FBI-Agenten im Flugzeug, nur um von wenig Beweismaterial enttäuscht zu werden. Eine schwarze Clipkrawatte, ... ...acht Zigarettenstummel... ...und zwei der vier Fallschirme waren alles, was Cooper zurückgelassen hatte. Augenscheinlich hatte er das Lösegeld und den Aktenkoffer mitgenommen. Bei Befragungen zur Nacht der Entführung wurde Cooper von der Crew und den Passagieren als weißer Mann mit braunen Augen und dunklen Haaren beschrieben. Er schien Mitte 40 gewesen zu sein und trug einen dunklen Trenchcoat, einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd, eine schwarze Krawatte und dunkle Schuhe. Kurz nachdem er eingestiegen war, hatte er noch eine Sonnenbrille aufgesetzt. Anhand dieser Beschreibung erstellte das FBI die ersten Phantombilder. Bevor sie eine Fahndung starten konnten, musste das FBI herausfinden, wann Cooper das Flugzeug verlassen hatte.
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Dies war leichter gesagt als getan. Keines der vier Crewmitglieder hatte Cooper beim Absprung gesehen, genausowenig wie die Piloten der zwei Kampfjets, welche den Flug zwischen Seattle und Reno begleitet hatten. Was nicht allzu überraschend ist, schließlich war es mitten in der Nacht. Dennoch berichtete die Crew etwas Seltsames: Der letzte Kontakt mit dem Entführer fand etwa um 20:05 Uhr statt, als die Crew über das Bordtelefon Unterstützung anbot, welche Cooper ablehnte. Innerhalb der nächsten 10 Minuten bemerkte die Crew etwas, was sie als Oszillation oder Vibration des Flugzeugs beschrieb. Zu der Zeit vermutete die Crew, dass diese vielleicht durch Coopers Sprung verursacht worden war, und eine anschließende Nachstellung der Entführung unterstützte diese Schlussfolgerung. Gut, jetzt wissen wir das "wann", doch was ist mit dem "wo"? Während Cooper sehr genau mit der Flugzeugkonfiguration und dem Ziel war, gab er nie irgendeine Route an. Tatsächlich wurde Cooper so ungeduldig durch das langsame Auftanken in Seattle, dass er die Anforderung des Flugplans durch den Kapitän ablehnte und er einfach verlangte, die "Show über die Bühne zu bringen". Somit wählte der Kapitän ohne jeglicher Anweisung von Cooper die Luftstraße Victor 23 aus.
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Anhand von Victor 23 schätzten die Ermittlungsbehörden die höchstwahrscheinliche Position des Fluges während der vermuteten Zeit des Absprungs etwa 40 Kilometer nördlich von Portland ein. Also startete das FBI im Morgengrauen eine eindrucksvolle Suchoperation mit Hubschraubern, Flugzeugen und Bodentruppen. Das Problem war, auch wenn der geschätzte Absprungort korrekt war, war Coopers eventuelle Lande- oder Fallzone viel schwieriger herauszufinden. Das vage definierte Areal war eine enorme Fläche bergiger Wildnis verdeckt von einem dichten Wald, somit war es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Abgesehen von dem schwierigen Gelände wurde die Suche weiterhin erschwert durch niedrige Temperaturen und rauem Wetter, welches Tage andauerte. Trotz größter Anstrengungen konnten die Ermittler nie eine einzige Spur von Cooper oder den mitgenommenen Sachen finden. Kapitel 3: Auf der Spur des Geldes Da bis Anfang Dezember kaum Fortschritt zu verzeichnen war, widmete das FBI seine Aufmerksamkeit dem 200.000 Dollar Lösegeld.
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Das Geld war aus der Seattle First National Bank genommen worden, welche ein Lösegeldpaket mit 250.000 Dollar für solche Fälle verwahrte. Aus diesem Grund wurden die Seriennummern der zehntausend 20 Dollar Banknoten, welche Cooper bekommen hatte, im Voraus dokumentiert. Schnell wurde eine komplette Liste mit den Seriennummern den Finanzinstitutionen, staatlichen Behörden und der Öffentlichkeit bereitgestellt. Die Intention war, es Cooper so schwer wie möglich zu machen, das Geld auszugeben. Northwest Airlines und einige Zeitungen sagten allen Belohnungen zu, die eine Banknote mit einer passenden Seriennummer finden konnten. Trotz dieser Aufwände trat dies nie ein. Bis ungefähr ein Jahrzehnt später. Anfang 1980 errichtete ein Junge namens Brian Ingram ein Lagerfeuer an einem kleinen Strand im Süden von Washington. Als er den Sand durchgrub, entdeckte Ingram drei Geldbündel mit einem Wert von insgesamt 5.880 $. Da Ingram's Eltern von der berüchtigten Flugzeugentführung wussten, brachten sie die stark zerfallenen Bündel zum FBI. Die Banknoten wurden sofort untersucht, und tatsächlich
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stimmten die Seriennummern mit denen des Lösegelds über ein. Sobald sich jedoch die Aufregung darüber gelegt hatte, warf dieses Geld noch viel mehr Fragen auf als es beantwortete. Die erheblichste von diesen war: Wie? Wie war das Geld so weit entfernt von der Fallzone gelandet? Bei Betrachung dieser Karte mag es verlockend sein zu glauben, dass Cooper einfach einen Teil des Geldes verlor, welches dann in den Lewis River fiel. Die Bündel hätten dann weiter den Columbia River stromabwärts getragen werden können, bis sie schließlich auf der Höhe von Tina Bar an Land geschwemmt wurden. Dies war übrigens der Name des Strandes. Tina Mucklow. Tina Bar. Zufall? Ja. Zufall. Wie dem auch sei; das Problem mit dieser Idee ist, dass der Columbia River in die entgegengesetzte Richtung fließt. Dies führte einige, darunter auch Mitglieder des FBI, zu einer Neueinschätzung der ursprünglichen Fallzone. Zum Beispiel: wäre die Fallzone viel mehr südöstlich gelegen, nahe einem Fluss namens Washougal River, ist es denkbar, wenn auch unwahrscheinlich, dass das Geld bis hinunter nach Tina Bar getragen wurde. Alternativ könnten die Bündel einfach auf dem Strand gefallen sein,
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wäre der Flugweg etwas mehr westlich gelegen. Selbst dann können natürliche Erkläransätze kaum begründen, wie drei voneinander unabhängige, möglicherweise frei fallende und/oder frei schwebende Geldbündel an genau den selben Ort am selben Strand gelangen konnten. Die Umstände werden noch dadurch erschwert, dass Sediment aus dem Flussbett im Rahmen eines Umgrabungseinsatzes im Jahr 1974 aus dem Flussbett auf den Strand befördert wurde. Und, laut einer Analyse, wurde das Geld über dieser Sedimentschicht gefunden. Sollte das stimmen, so gelangte das Geld irgendwann nach 1974 nach Tina Bar. Aber eine Neuuntersuchung dieser Analyse befand, dass es sich bei der angeblich frischen Sedimentschicht tatsächlich um eine völlig natürliche Tonschicht handeln könnte. Außerdem wurde das Sediment offensichtlich um einiges von der Fundstelle entfernt abgeladen. Und noch dazu waren die Gummibänder, von denen die Bündel zusammen gehalten wurden, beim Fund durch Ingram noch unbeschädigt. Das ist insofern von Bedeutung, weil Experimente im Jahr 2009 ergaben, dass diese Marke von Gummibändern der Aussetzung
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von Frischluft oder Wasser nicht länger als ein Jahr standhalten konnten. Wenn die Bündel nicht vor den Elementen geschützt wurden, dann müssten sie innerhalb eines Jahres der Entführung bei Tina Bar vergraben worden sein. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, das Cooper oder jemand anders ... ... das Geld mit Absicht vergrub. Hatte Cooper überlebt und das Geld selbst vergraben? Versteckte jemand anders das Geld, nachdem derjenige Coopers Überreste entdeckte? Wenn es eine Erklärung ohne menschlichen Eingriff gibt, übersehen Ermittler sie seit Jahrzehnten. Es genügt zu sagen, dass dies ein Mysterium inmitten eines Mysteriums ist. Seit Ingrams Entdeckung in 1980 wurden Tina Bar und das Umfeld des Washougal Rivers einige Male durchsucht. Jedoch gibt es bis heute keine Spur von Cooper und dem Rest des Geldes. Kapitel 4: Ein Sprung ins Unbekannte Von Anfang an wurde von vielen angenommen, dass Cooper sein gewagtes Vorhaben nicht überlebte. Es wäre keine sehr spannende Auflösung zu dieser Geschichte,
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aber das ist ja das mit den Geschichten: sie sind oft viel aufregender als die Realität. Während es keine definitiven Beweise für oder gegen Coopers Überleben gibt, ist die Annahme, dass er in seinen Tod fiel, nicht ganz abwegig. Als Cooper in die Dunkelheit sprang, pflügte Flug 305 durch einen kalten Regensturm mit ungefähr 170 Knoten, 10.000 Fuß (3.048 Meter) über dem Süden von Washington. Der Wind war so stark, dass er einen Anschlagzettel von der hinteren Treppe abriss, der in 1978 fast genau auf der geschätzten Flugbahn wiedergefunden wurde. Zu sagen, dass Cooper unpassende Kleidung trug, wäre eine Untertreibung. Der Grund unter ihm wurde von mehreren Wolkenschichten verdeckt, was wohl heißt, dass Cooper absprang, ohne dass er seinen exakten Standort kannte. Selbst wenn er den Boden sehen hätte können und eine genaue Fallzone im Sinn gehabt hätte, war der von ihm ausgewählte Fallschirm nicht lenkbar. Das heißt, er hätte seinen Fall nicht zu einem spezifischen Landeort steuern können. Demnach schließt das eine potenzielle Absprache mit einem Komplizen am Boden aus.
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Während Cooper eine bestimmte Vertrautheit mit Fallschirmen besaß, ist seine tatsächliche Kompetenz fraglich. Es wird weitgehend angenommen, dass Cooper zwei Paar Fallschirme forderte, zwei hauptsächliche und zwei für Reserve, um die Ermittler glauben zu lassen, dass er beabsichtigte, eine Geisel mitzunehmen. Das FBI hatte in Betracht gezogen, die Fallschirme zu sabotieren, entschied sich aber deswegen dagegen, weil sie nicht das Leben eines unschuldigen Zivilisten in Gefahr bringen wollten. Aber in ihrer Hast, sie ihm zu beschaffen, gaben sie ihm versehentlich einen defekten Dummy-Fallschirm, der für Trainingszwecke gedacht war. Dieses Missgeschick wurde von Cooper anscheinend nicht bemerkt, denn dieser Dummy-Fallschirm war einer der beiden Schirme, die aus dem Flugzeug verschwunden waren. Nicht nur das, Cooper wählte den älteren und technisch schlechteren Fallschirm von den beiden hauptsächlichen Fallschirmen. Also scheint es so, dass Cooper in beiden Fällen die schlechtestmögliche Entscheidung traf. Aber es gibt andere Ansätze, diese Informationen zu interpretieren. Zum Beispiel ist es möglich, dass Cooper den Dummy-Fallschirm nicht als Reserve, sondern zur Sicherung der Tasche mit dem Geld benutzte.
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Tatsächlich versuchte er genau das mit dem funktionierendem Reserve-Fallschirm. Zuerst versuchte er, das Geld in dem Fallschirm zu platzieren, bevor er ein paar der Seile um die Tasche wickelte. Vielleicht benutzte er den Dummy-Fallschirm für einen ähnlichen Zweck? Coopers Entscheidung, den älteren der Fallschirme zu nehmen, ist nicht unbedingt ein Zeichen von Unerfahrenheit. Es könnte auch ein Hinweis auf Vertrautheit sein, denn der zurückgelassene Schirm war ein Luxusfallschirm für Zivilisten, während der von ihm benutzte ein Militärsfallschirm war. Also könnte Cooper als Fallschirmjäger ausgebildet gewesen sein, und wählte den älteren Militärsfallschirm, weil er mit diesem am vertrautesten war. Und es gibt mindestens einen weiteren Grund, der einen Hintergrund beim Militär vermuten lässt. Während der Flug nahe Seattle Warteschleifen flog, erwähnte Cooper, dass die McChord Air Force Basis nur 20 Minuten von Seattle Tacoma Airport entfernt war. Damals war das zutreffend, und könnte auf einen Hintergrund beim Militär hinweisen. Neben den möglichen Beziehungen mit dem Militär, hatte Cooper vielleicht auch Verbindungen zur CIA.
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Die Maschine, die Cooper entführte, eine Boeing 727, war im Vietnamkrieg von der CIA benutzt worden, um versteckt Agenten und Proviant zu liefern. Eine Aufgabe, für die die Boeing 727 wegen ihrem charakteristischem hinteren Treppenaufgang besonders geeignet war. Also ist es ziemlich sicher, anzunehmen, dass Cooper eine Boeing 727 wählte, weil sie eine relativ sichere Fluchtroute besitzt. Ob er das von der CIA wusste oder es selbst herausfand, ist eine andere Frage. Jedoch ist die Tatsache, dass Cooper eine Maschine von Northwest Airlines auswählte, anscheinend ein glücklicher Zufall. Als Tina Mucklow ihn nach seinem Motiv fragte, antwortete er: "Ich tue das nicht, weil ich einen Groll gegen Ihre Airline hege, sondern nur weil ich einen Groll hege." Weiterhin erklärte er, dass Flug 305 nur zufällig an der richtigen Zeit am richtigen Ort war. Trotzdem ist es klar, dass Cooper vorbereitet war. Er schien viel über Flugzeuge und Luftfahrt zu wissen, er schien vertraut mit dem örtlichen Gelände, er agierte verdeckt, um Panik zu vermeiden,
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er verdeckte seine Augen mit einer Brille, um seine Identität zu verschleiern, er ließ sehr wenig Beweismaterial zurück, und verlangte vier Fallschirme, um den Anschein zu erwecken, dass er eine Geisel nehmen würde. Er war sogar geschickt genug, die Notiz zurückzuverlangen, die er Florence Schaffner gegeben hatte. Außer dem Namen, den er auf sein Flugticket schrieb, gibt es keine weiteren Beweisstücke mit seiner Handschrift. Aber trotz all seiner Planung und Geschicklichkeit, dachte er anscheinend nicht genug über seine letztendliche Flucht nach. Er definierte nicht nur keine Flugroute, sondern musste in der letzten Minute sein Ziel ändern, von Mexico City zu Reno. Er hätte bessere Fallschirmsprung-Ausstattung verlangen können, wie ein paar Stiefel, einen Helm oder ein Overall. Er hätte auch das Lösegeld mit größerem Nennwert fordern können, damit es leichter und weniger umständlich zu tragen gewesen wäre. In der Annahme, dass er den Fall überlebte und es sicher zum Boden schaffte, hätte er sich dann durch einen dichten, teilweise verschneiten Wald kämpfen müssen, in nichts als Halbschuhen und einem Trenchcoat im Spätnovember. Ich bekomme den Eindruck, dass Coopers Flucht viel eher ein Sprung ins Ungewisse war
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als ein genau ausgeführter Absprung. Andererseits bekamen die Behörden nie eine Vermisstenanzeige, die Coopers bei der Entführung glich. Das heißt vielleicht, dass er überlebte und leise seinem normalen Tagesablauf weiterhin nachging. Zudem vollzogen andere Entführer Ähnliches, und viele von ihnen überlebten, auch wenn sie schnell gefasst wurden. Und schließlich ist die einfachste Erklärung dafür, wie drei Bündel Geld bei Tina Bar gelandet sind, Eingriff von Menschenhand. Letztendlich ist das meiste hiervon bloße Spekulation. Ohne konkrete Beweise von Coopers Ableben verbleibt die weit aufregendere Theorie dass er tatsächlich überlebte. Kapitel 5: Die Verdächtigen Als die Presse von der Entführung Wind bekam, hatte das FBI bereits angefangen, ein paar potenzielle Verdächtige zu untersuchen. Unter ihnen war ein Mann mit den Initialen D. B. und dem Nachnamen Cooper. Dieser Cooper wurde als Verdächtiger schnell fallengelassen, aber die Presse
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verwechselte den Namen Dan Cooper mit D. B. Cooper, und der Rest ist Geschichte. Während Dan Cooper wahrscheinlich ein Pseudonym ist, gibt es eine Comicbuchserie mit demselben Namen. Der Comic ist auf französisch und dreht sich um einen kanadischen Piloten namens Dan Cooper. Der Comic wurde bis 1971 weder auf Englisch übersetzt noch in den USA verkauft, doch er war in Kanada verfügbar, wo es eine große französisch sprechende Bevölkerungsgruppe gibt. Amerikanische und kanadische Akzente können schwierig zu unterscheiden sein, also ist es möglich, dass Cooper, der ohne auffallenden Akzent beschrieben wurde, ein zweisprachiger Kanadier war. Dies könnte sogar von etwas unterstützt werden, was Cooper gesagt haben könnte: Als der Kapitän Coopers Forderungen an die Luftraumüberwachung weiterleitete, benutzte er den Ausdruck "verhandelbare amerikanische Währung". Es erscheint zweifelhaft, dass ein Amerikaner "amerikanische" Währung angeben würde, also war Cooper vielleicht kein Amerikaner. Das Problem ist, dass wir nicht wissen, ob das ein direktes Zitat von Cooper ist, oder eine Umschreibung des Kapitäns.
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Zum Beispiel enthielten Notizen der Crew während der Entführung nur die Phrase "verhandelbare Währung", während Zeugenaussagen der Crew nach der Entführung Phrasen wie "200.000 Dollar bar" und "gängige US Währung" enthalten. Cooper könnte also Kanadier gewesen sein, und er könnte seinen Namen aus den Dan Cooper Comics haben, oder er könnte Amerikaner gewesen sein, und könnte seinen Namen von etwas oder jemand anders haben. Fast ein halbes Jahrhundert ist seit der Entführung vergangen, und in dieser Zeit wurden tausende Verdächtige befragt und untersucht. Es wäre natürlich unmöglich, alle hier abzudecken, aber schauen wir uns doch einige der Leute an, die an irgendeinem Zeitpunkt verdächtigt worden sind, D. B. Cooper zu sein. Robert Rackstraw wurde in 1978 ein Verdächtiger, und an der Oberfläche scheint er wie ein möglicher Kandidat. Er war ein Fallschirmjäger der Armee und ein Helikopterpilot. Er hatte Erfahrung mit Sprengstoff. Er war vorbestraft. Er hatte einen Onkel namens John Cooper, der ein begeisterter Fallschirmspringer war.
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Er war nur Monate vor der Entführung aus dem Militär verbannt worden, was ein Motiv sein könnte. Schließlich sagte der Entführer, er hege einen Groll. Konfrontiert von Journalisten und Privatdetektiven, weder bestätigte noch bestritt Rackstraw, dass er D. B. Cooper war. Anstatt sagte er Dinge wie "Ich könnte es gewesen sein" oder "Ich würde mich nicht ausschließen". Andererseits hatte Rackstraw helle Augen, was nicht zu Coopers Beschreibung passte. Noch wichtiger, Rackstraw war nur 28 Jahre alt, als die Entführung passierte. Das ist viel zu jung laut Crew und Passagieren, von denen die meisten glaubten, er wäre Mitte vierzig gewesen. Kenneth Christiansen wurde zum Verdächtigen in 2003, als sein Bruder bestimmte Ähnlichkeiten zwischen ihm und Cooper feststellte. Christiansen hatte im zweiten Weltkrieg für kurze Zeit als Fallschirmjäger gedient, und seit 1953 hatte er für Northwest Airlines als Mechaniker und Flugbegleiter gearbeitet. Er war 45 Jahre alt zur Zeit der Entführung. Er war Linkshänder, was Cooper gewesen sein könnte.
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Zum Beispiel benutzte Cooper seine linke Hand, um seine Aktentasche zu öffnen, und die Clip-Krawatte, die er zurückließ, war von links fixiert. Kurz bevor er in 1994 starb, sagte er angeblich zu seinem Bruder: "Es gibt etwas, was du wissen solltest, aber ich kann es dir nicht sagen." Nachdem er verstorben war, entdeckte seine Familie über 200.000 Dollar in seinen Bankkonten. Zu guter Letzt sagte Florence Schaffner auch noch, dass Fotografien von Christiansen Cooper sehr ähnelten. Andererseits passte Christiansen nicht zur körperlichen Beschreibung von Cooper. Er war kleiner und leichter. Während Schaffner eine starke Ähnlichkeit bemerkte, erwähnte sie, dass Cooper mehr Haar hatte, und das sieht man auch auf den Phantombildern. Und es gab nichts Verdächtiges an den großen Geldsummen, die er einfach verdient hatte, indem er Land verkaufte. Richard McCoy wurde Verdächtiger in 1972, als er eine Boeing 727 entführte und durch die hintere Treppe floh, genau wie D. B. Cooper. Wegen dem großen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Entführungen
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glauben manche, dass sie von der selben Person ausgeführt worden sein mussten. McCoy benutzte einen falschen Namen. Er benutzte eine falsche Handgranate, um der Crew zu drohen. Er benutzte handgeschriebene Notizen, um seine Forderungen zu stellen. McCoy und Cooper verwendeten beide den Ausdruck "keine Dummheiten" als Warnung an die Crew. McCoy forderte 500.000 Dollar bar und vier Fallschirme. McCoy sprang auch aus dem hinteren Teil des Flugzeugs, als sie über seine Heimatstadt im Staat Utah flogen. Neben der selben Vorgehensweise hatte McCoy auch als Sprengstoffexperte und Helikopterpilot im Vietnamkrieg gedient. McCoy überlebte den Fall und schaffte es, den Behörden für zwei ganze Tage zu entwischen, bevor er festgenommen und zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Bis vor seinem Tod in 1974 weigerte sich McCoy, zu bestätigen oder zu bestreiten, dass er D. B. Cooper war. Andererseits war McCoy ein begeisterter Fallschirmspringer und kam sogar vorbereitet mit Helm und Overall. Er gab sehr genaue Anweisungen zur Flugroute. Zusätzlich zur falschen Handgranate benutzte McCoy auch eine nicht geladene Pistole, um der Crew zu drohen.
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Er verlangte eine seiner Notizen nicht zurück, die er einem Flugbegleiter gegeben hatte. Er war zur Zeit der Entführung nur 29 Jahre alt. Und alle drei Flugbegleiter waren ziemlich sicher, dass McCoy nicht Cooper war. Während es zwischen diesen beiden Fällen bedeutsame Ähnlichkeiten gibt, könnte McCoy auch einfach ein Nachahmungstäter gewesen sein, der in den Nachrichten von D. B. Cooper gelesen hatte. Duane Weber wurde Verdächtiger in 1995, als er, kurz vor seinem Tod, angeblich zu seiner Frau sagte: "Ich muss dir ein Geheimnis verraten. Ich bin Dan Cooper." In Folge seiner Beichte erinnerte sich seine Witwe an einige faszinierende Details. Sie behauptet, sie hätte eine Tasche gefunden, ähnlich der benutzt bei der Entführung. Sie behauptet, Weber hätte eine Knieverletzung erlitten, nachdem er aus einem Flugzeug gesprungen war. Weber hatte angeblich einen Albtraum darüber, seine Fingerabdrücke auf der Flugtreppe zu hinterlassen. Und ein Jahr bevor das Geld bei Tina Bar gefunden wurde, hatte Weber der Gegend angeblich einen schnellen Besuch abgestattet. Außerdem war Weber ein Veteran im zweiten Weltkrieg, er war vorbestraft, er ähnelte der körperlichen Beschreibung, und er war 47 Jahre alt in 1971.
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Andererseits passten Webers Fingerabdrücke zu keinem der Abdrücke gesammelt in Flug 305. Obwohl man nicht sicher sein kann, ob diese Cooper gehören. Außerdem passte Webers DNA nicht zu der von der Krawatte, aber man kann sich wieder nicht sicher sein, ob diese DNA tatsächlich vom Entführer kam oder von jemand anders. Das Frustrierende ist, dass das FBI wahrscheinlich einmal eine bessere DNA Quelle hatte. Wenn du dich erinnerst, acht Zigarettenstummel wurden im Flugzeug gefunden, und sie waren womöglich voll mit Coopers DNA. Das Problem ist, dass diese Beweise irgendwann verloren gingen und bisher nicht wieder aufgetaucht sind. William Smith wurde in 2018 zum Verdächtigen. Smith war in der Navy im zweiten Weltkrieg und hatte wahrscheinlich Erfahrung im Fallschirmspringen. Er war 43 Jahre alt zur Zeit der Entführung. Er hatte dunkelbraune Augen. Er passte zur körperlichen Beschreibung. Er hatte Ähnlichkeiten zu den Phantombildern, vor allem diesem Phantombild von einem älteren D. B. Cooper.
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Ein Schüler namens Ira Daniel Cooper, der im zweiten Weltkrieg starb, ging zur selben Schule wie Smith. Smith arbeitete als Rangiermeister für eine Eisenbahnfirma, doch diese ging 1970 bankrott. Als Konsequenz verlor Smith seine Rente, was ein Motiv sein könnte. Er hätte, zum Beispiel, einen Groll gegen die Luftfahrtindustrie gehegt haben, denn sie spielt eine Rolle im Niedergang der Eisenbahnindustrie. Es wird spekuliert, dass Smith seine Kenntnis von Eisenbahnnetzwerken genutzt haben könnte, um in einen Zug zu steigen und unerkannt zu flüchten. Andererseits verbrachte Smith sein ganzes Leben im Nordosten der USA. Die Entführung passierte jedoch auf der anderen Seite des Landes und wurde von jemandem ausgeführt, der zumindest etwas vertraut mit dem örtlichen Gelände schien, also ist Smith nicht der idealste Kandidat. Jedoch ist die Tatsache, dass Smith als Rangiermeister arbeitete, interessant. Die Krawatte, die Cooper zurückließ, wurde vor Kurzem mit einem Elektronenmikroskop untersucht, was verschiedene metallische Partikel zum Vorschein brachte. Manche von diesen, vor allem reines Titan, waren ziemlich selten in 1971.
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Das könnte heißen, dass Cooper ein Manager in irgendeiner chemischen oder metallurgischen Einrichtung war, oder möglicherweise in einer Eisenbahnfirma. Ich hoffe, dass diese begrenzte Auswahl an Verdächtigen zeigt, wie schwierig es ist, sicher zu sein, wenn man so wenig Beweismaterial hat. Diese fünf Individuen ähneln einander kein bisschen, doch einer von ihnen könnte D. B. Cooper sein. War Cooper wirklich Mitte vierzig oder wirkte er nur alt für sein Alter? War Cooper wirklich im Militär? Welches dieser Phantombildern gleichen Cooper am meisten? In 2016 musste das FBI offiziell aufgeben und schloss den Fall. Es sei denn, jemand findet Coopers Überreste oder schafft es, das Geld zu finden, es gibt wenig Hoffnung für die Lösung des Falls. Hat Cooper überlebt? Ich weiß es nicht. Aber bis diese Möglichkeit ausgeschlossen werden kann, wird die Legende von D. B. Cooper zweifellos bestehen.

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